Schön!!!

von Barbara Perras-Emmer, Städt. Kindergarten Parsberg am 25. Februar 2002 um 16:01 Uhr
als Antwort zu: ...dass nicht sein kann, was nicht sein darf von Gerd Detering am 21. Februar 2002 um 12:39 Uhr

In der Oberpfalz gibt es noch sehr viele Wechselgruppen, d. h. es sind vormittags 23 Kinder angemeldet und nachmittags 23 andere Kinder, also insgesamt 46 pro Gruppenraum bzw. 1 Erzieherin und 1 Kinderpflegerin. Somit wären nur 32 Anmeldungen durchaus eine Verbesserung!
Doch Spaß beiseite, wir haben auch eine Gruppe, in der 10 Ganztagskinder von frühestens 8.00 (ab 7.00 Frühdienst)bis max. 17.15 Uhr, 6 Vormittagskinder bis 12.00, 5 Langzeitkinder bis 14.00, 1 Nachmittagskind ab 12.00, zwei ab 13.00 Uhr, 3 ab 14.00 (unregelmäßgig, da aus unseren anderen 3 Gruppen, welche um 14.00 schließen)und drei Schulkinder (1 bis 15.00 - 1 bis 16.00 - 1 bis 17.00 Uhr) angemeldet sind.
Über den Tag verteilt heißt das, dass
zwischen 8.00 und 12.00 Uhr maximal 21 Kinder anwesend sind, zwischen 12 und 13 Uhr ca. 19 Kinder,
zwischen 13 und 14 Uhr maximal 21 Kinder,
zwischen 14 und 15 Uhr maximal 19 Kinder,
zwischen 15 und 16 Uhr maximal 18 Kinder,
bis 17.15 maximal 17 Kinder.
Die Ganztagskinder (auch die aus den anderen Gruppen) werden zwischen 15.30 und 17.00 gleitend abgeholt, was ich in der Aufstellung noch nicht berücksichtigt habe.

Die Vorteile im Vergleich zur traditionellen Wechselgruppe bestehen
1. in einer festen Kindergruppe (keine wechselnde Gruppen in einem Raum)
2. wechselnden Belastungszeiten - statt konstant 23 Kinder innerhalb enger Hol- und Bringzeiten, d. h.3,5 Stunden vormittags und 3,25 Stunden nachmittags konstant 23 Kinder bzw. 25 Kindern in einer Ganztagsgruppe
3. den leistungsschwächeren Nachmittagsstunden der Erzieherinnen stehen weniger Kinder gegenüber ...

Die Mehrbelastung für die Träger oder die Leiterin besteht nun darin, die tariflichen Pausen zu regeln. Wenn das Personal einverstanden ist, alleine in der Gruppe während der intensiveren Mittagszeit zu arbeiten, weil ihnen keine andere Lösungsmöglichkeit einfällt und die Wechselgruppen organisatorisch und arbeitszeitlich so einfach waren, ist ihm kaum zu helfen. Tatsache ist jedoch, dass die Kinderzahlen auch in Bayern stark zurückgehen und somit die Nachmittagsgruppen wegfallen werden. Eigentlich Gott sei Dank! Da jedoch die finanziellen Mittel nicht gekürzt werden, werden wir das Angebot am Nachmittag entsprechend gestalten müssen.

Nur Vormittagsgruppen wären für die Träger sicher am günstigsten. Doch dies liegt nicht in der Absicht des Sozialministeriums und ich glaube, nur Teilzeitstellen bei entsprechend gekürzter Bezahlung wünschen sich auch die Beschäftigten nicht. Reine Ganztagsgruppen sind für die Oberpfalz nahezu utopisch. Wir haben in Parsberg, einer Kleinstadt mit 150 Ganztagskindergartenplätzen nur reellen Bedarf an 10!!! Und davon sind 3 Kinder aus zwei Nachbargemeinden. Genauso verhält es sich mit den Schulkindern: Wir haben nicht mehr Bedarf am Nachmittag!

Was liegt also näher, als den Nachmittag flexibel zu gestalten, einzelnen Eltern mit entsprechendem Bedarf entgegenzukommen, Vollzeitarbeitsplätze zu erhalten und die Kinder nicht auf die Straße zu setzen?

Das befürchtete Horrorszenario gibt es in der Praxis nicht!

mfg
Perras-Emmer



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