Die Fakten zum Anstellungsschlüssel

von Dr. Heidrun Kolinsky am 26. Februar 2002 um 23:25 Uhr
als Antwort zu: Scheindiskussion von Dunkl, StMAS am 26. Februar 2002 um 09:04 Uhr

Das geplante nutzungszeitabhängige Fördermodell arbeitet
mit dem sogenannten Anstellungsschlüssel. Dieser ist, wie
auch Herr Dunkl und Herr Krauss schon öfters erläutert
haben, kein Personal-Kind-Schlüssel, sondern eine
Zeitrelation. Dabei wird die Anzahl der Nutzungsstunden
zur Zahl der Arbeitstunden des pädagogischen
Personals in Bezug gesetzt.

Ein Anstellungsschlüssel von 1:12.5 besagt, dass im
zeitlichen (wöchentlichen) Mittel auf
12.5 Nutzungsstunden der Kinder eine Arbeitsstunde
des pädagogischen Personals entfällt.

Ein Beispiel:
Eine Kindergartengruppe wird im täglichen Mittel
von Montag bis Freitag von

8 - 9 Uhr: 15 Kinder (1 Stunde)
9 - 12 Uhr: 32 Kinder (3 Stunden)
12 - 14 Uhr: 24 Kinder (2 Stunden)
14 - 16 Uhr: 8 Kinder (2 Stunden)

besucht.

Es ergeben sich pro Tag
15*1 + 32*3 + 24*2 + 8*2 = 175 Nutzungsstunden

Angestellt wurden für die Gruppe eine Erzieherin
mit 38.5 und eine Kinderpflegerin mit 31.5 Stunden
Wochenarbeitszeit.

Teilt man die Anzahl der durchschittlichen täglichen
Nutzungsstunden (175 Nutzungsstunden)
durch die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit
errechnet man den Anstellungsschlüssel.

Aus der Wochenarbeitszeit der beiden pädagogischen
Kräfte ergibt sich im Mittel pro Tag
(38.5+31.5) / 5 = 14 Arbeitsstunden pro Tag

Der Anstellungsschlüssel errechnet sich aus

175 Nutzungsstunden geteilt durch 14 Arbeitsstunden
= 175 / 14 = 12.5

In diesem Beispiel beträgt der Anstellungsschlüssel somit
1:12.5

Ein _Anstellungsschlüssel_(Zeitrelation) von 1:12.5 stellt eine
Verschlechterung zur bisherigen Handhabung des
Bayerischen Kindergartengesetzes mit einem _Personalschlüssel_
von 1:12.5 (2 pädagogische Fachkräfte auf 25 Kinder) dar.

Denn:
Mit der neuen geplanten Regelung ist es durchaus erlaubt,
dass z.B. wie im Beispiel oben in der dreistündigen Kernzeit
von 9 bis 12 Uhr statt wie bisher maximal
25 (oder 28) Kinder in einer Gruppe zukünftig 32 oder mehr
Kinder betreut werden - Zustände, wie sie nach dem bisherigen
Bayerischen Kindergartengesetz nicht möglich gewesen wären.



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