Immer die gesamte Gruppe mit 1 Erzieherin und 1 Kinderpflegerin im gleichen Raum?

von Barbara Perras-Emmer, Städt. Kindergarten Parsberg am 04. März 2002 um 15:54 Uhr
als Antwort zu: Die Fakten zum Anstellungsschlüssel von Dr. Heidrun Kolinsky am 26. Februar 2002 um 23:25 Uhr

Sehr geehrte Frau Kolinsky,

Sie sprechen einen Punkt an, der mir schon lange am Herzen liegt: Anscheinend gibt es auch heute noch die (Stuhlkreis-)Pädagogik mit allen 25 (bis 28) Kindern in einem Raum, angeleitet von einer Erzieherin, unterstützt von "ihrer" Kinderpflegerin. Natürlich beide mit nahezu gleicher Arbeitszeit und am besten mit 8,5 Stunden wöchentlicher Verfügungszeit (also zusammen 17 Stunden wöchentlich außerhalb der Betreuungszeit). Könnten die Arbeitsstunden so gelegt werden, dass z. B. in den Hauptzeiten die Gruppe geteilt wird (Turnraum, Werkraum, Garten, Spaziergang, Büchereibesuch ...), über Teilzeitarbeit in der intensiven Zeit 3 Betreuer zur Verfügung stehen und in den schwachen Randzeiten mit 8 Kindern Überstunden abgefeiert werden bzw. Verfügungszeit eingebracht wird?
Pädagogik und Psychologie gehen immer von einer Gruppenstärke von höchstens 8 Kindern aus, die Zahl 23 bzw. 25 wurde als Rahmen im Gesetz festgelegt und hat keinerlei erzieherischen Wert - sie ist nur Gewohnheit!
Wir gehen jeden Mittwoch von 13.30 Uhr (Beginn 14.00) bis 16.00 Uhr mit 30 bis 35 Kinder im Rahmen der Kooperation mit dem Sportverein in die Zweifachturnhalle der Hauptschule. Die zusammengewürfelte Gruppe (aus 4 Kindergartengruppen) wird von 2 Erzieherinnen mit Übungsleiterlizenz und 1 bis 2 weiteren Erzieherinnen/Kinderpflegerinnen (die Betreuer "gehören" sich und den Kindern nicht gegenseitig am Vormittag und arbeiten in verschieden Gruppen und zu verschiedenen Zeiten) betreut. Dabei ist es eher eine Frage des Raumes und nicht der Gruppenstärke, ob sich die Kinder wohl fühlen und etwas "lernen". Nebenbei bemerkt handelt es sich dabei um ein zusätzliches Angebot des Kindergartens, für 90 % der beteiligten Kinder endet der Kindergartenbesuch an anderen Tagen spätestens um 14.00 Uhr.
Bei entsprechendem und begründetem Bedarf (Integration von ausländischen, behinderten, von Behinderung bedrohten Kindern, überlange Öffnungszeiten, Ausgabe von Mittagessen u. v. m.) ist die Beschäftigung einer Drittkraft nach § 5.3 der 3.DVBayKIG möglich. Die Finanzierung anderer Aktivitäten kann z. B. auch durch den Bay. Landessportverband erfolgen. Nach meinen Erfahrungen sind meine Kolleginnen leider nicht immer in der Lage aus ihrer Zweierbeziehung auszusteigen ...
mfg
Perras-Emmer



Antwort
Name
Kurznachricht
Text