Personelle Besetzung

von Dunkl,StMAS am 11. Oktober 2002 um 16:20 Uhr
als Antwort zu: Wieviele Betreuer müssen sei? von Britta Jost, Mutter am 06. Oktober 2002 um 12:00 Uhr

Sehr geehrte Frau Jost,

gerne beantworte ich Ihre Frage:
Im neuen Förderkonzept wäre die von Ihnen dargestellte Situation kein Thema. Der Mindestanstellungsschlüssel (Grenze der Gefährdung des Kindeswohls) liegt bei 1:12,5. Gerechnet werden die Arbeitsstunden aller ausgebildeten Fach- und Hilfskräfte sowie der Berufspraktikant/inn/en.
Unterstellt man im betroffenen Kindergarten eine Arbeitszeit der Leiterin von 38,5 Stunden/Woche und eine durchschnittliche Nutzungszeit der Kinder von rund 600 Stunden/Woche errechnet sich ein Anstellungsschlüssel von 1:15,6. Die Grenze zur Kindeswohlgefährdung ist somit weit überschritten. Die Arbeitszeit der Abiturientin bzw. Erzieherpraktikantin darf nach den Kriterien der kind- und nutzungszeitbezogenen Förderung nicht berücksichtigt werden. Im vorliegenden Fall müsste die staatliche Förderung eingestellt werden.

Im geltenden Recht nach BayKiG ist zu unterscheiden und die Sachlage nicht ganz so eindeutig. Während der Dauer des Vorpraktikums für Erzieherinnen ist die erworbene Vorbildung als gleichwertig mit der Ausbildung einer Kinderpflegerin anerkannt. Dies bedeutet, dass Erzieherpraktikanten im Kindergarten im Grunde auf Planstellen eingesetzt werden dürfen und die Kosten staatlich und kommunal bezuschusst werden können. Bis 2001 konnte eine Besetzung 1 Erzieherin, 1 Vorpraktikantin somit nicht beanstandet werden.

Das Vorpraktikum wurde 2001 jedoch reformiert. Es wurde in ein sozialpädagogisches Seminar umgestaltet und besteht aus einen überwiegend theoretischen und einen fachpraktischen Teil. Die stärkere Verknüpfung dieser Teile und insbesondere der Umfang des Unterrichts an der Fachakademie lassen einen Einsatz einer Erzieherpraktikantin (neue Bezeichnung für Vorpraktikantin) auf einer Planstelle bzw. Zweitkraftstelle meines Erachtens nicht mehr zu. Zu lange Zeiten wäre die Erzieherin auf sich alleine gestellt. Die Mitwirkung von Eltern darf bei Feststellung des Personal-Kind-Schlüssels nicht berücksichtigt werden. Es bestehen somit erhebliche Bedenken, ob § 12 4.DVBayKiG im vorliegenden Fall noch erfüllt ist. Wenden Sie sich daher an die zuständige Kindergartenaufsicht (idR. das Jugendamt) mit der Bitte, der Angelegenheit nachzugehen.



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