Teilzeitarbeit auf Abruf

von Dagmar Enderlein am 24. Januar 2001 um 22:25 Uhr
als Antwort zu: Modellkommissionen ohne Gewerkschaften und Mitarbeitervertreterinnen von Peter Erlbeck, Personalrat Stadt Nürnberg am 15. Januar 2001 um 10:13 Uhr

Da dieser Beitrag bereits am 15.01.01 verfaßt worden ist und bis heute keine Stellungnahme des Ministeriums zu lesen ist, liegt der Schluß nahe, daß genau diese Situation auch gewollt ist:
die betroffenen Arbeitnehmerinnen, denn in der Mehrzahl sind es weibliche Personen, werden zur Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und ihrer wirtschaftlichen Situation nicht gehört; anscheinend handelt es sich um eine Störgröße, der grundsätzlich auszuweichen ist. Ich habe noch keinen ernstzunehmenden Beitrag gelesen, der genau dieses Problem angeht.
Wie kann eine Fachkraft von einer Teilzeitarbeitsstelle leben, wenn sie mal mehr mal weniger auf Abruf arbeitet?
Oder wird ein Großteil der Erzieherinnen (mit 5-jähriger Ausbildung!) ein Fall für das Sozialamt? Wo kommt Engagement her, wenn der Lohn eigener Hände und Hirnwindungen Arbeit nicht mehr ein eigenständiges Leben ermöglicht? Was für einen Stellenwert hat die vielgepriesene emotionale Intelligenz (angeblich eine weibliche Stärke, ohne die unser Job nur unzureichend zu machen ist), wenn damit keine eigenen Kinder, keine Miete, kein adäquates Leben für einen erwachsenen Menschen, geschweige denn eine vernünftige Altersvorsorge zu finanzieren ist?
Ich befürchte einen dramatischen Abbau von Fachkompetenz, menschlicher Einfühlungsbereitschaft und Sozialkompetenz.
Dagmar Enderlein



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