Falsche Erwartungen?

von Dunkl am 22. Oktober 2002 um 23:33 Uhr
als Antwort zu: ein kleiner Kurzbericht zur Fachtagung am 1.10.in Fürth von sabine remmele, kinderhort franziskus weilheim am 06. Oktober 2002 um 22:46 Uhr

Sehr geehrte Damen,
welche Erwartungen gab es denn? Was wollten Sie hören? Wurde man enttäuscht, weil wider Erwarten es nicht soviel Negatives zu berichten gab? Mein Eindruck von der Fachtagung ist jedenfalls ein anderer. Ich habe an meinem Stand gemerkt, dass sich die Diskussion der letzten zwei Jahre doch wesentlich verändert hat, sprich versachlicht hat. Die Praxis ist aufgeschlossen für die notwendigen Reformen. Die Diskutanten haben ihre Situation sehr genau einer Prüfung unterzogen und sind dann auch sehr schnell auf den Punkt gekommen. Nicht das Fördermodell als solches wurde kritisiert (die Fördergerechtigkeit ist unbestritten), sondern eine Tatsache, der man schwerlich etwas entgegen setzen kann: Zwar werde der individuelle Förderansatz positiv gesehen, doch werden im Modellversuch dem Träger zusätzliche, neue Aufgaben zugewiesen, die kostenneutral nicht leistbar sind. Die Gewichtungsfaktoren für die Einzelintegration und für die Migrationskinder, so wichtig diese sind (vor allem wenn mit konkreten Maßnahmen für das Kind verbunden), schmälern den Basiswert. Demgegenüber fehlt das Potential, um beispielweise noch nach der 7. Nutzungszeitstunde den Nutzungszeitfaktor weiter zu differenzieren. Dies deckt sich mit den Beschlüssen und Aussagen in der letzten MOKO- Sitzung. Vielleicht wollten wir hier zuviel auf einmal.

Der Zeitpunkt, zusätzliche Fördermittel zu fordern und dadurch
die pädagogischen Rahmenbedingungen zu verbessern, sind bei den knappen Haushaltsmitteln bei Staat, Gemeinden und Trägern denkbar ungünstig. Aber diese Diskussion müssen wir gerade im Hinblick auf PISA und natürlich im Interesse der Kinder führen. Bildung kostet Geld! Mit den rückläufigen Kinderzahlen wird in wenigen Jahren Manövriermasse frei. Es gilt diese Mittel für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen gezielt einzusetzen. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.
PS.:Wohl dem, der sich angesichts dieser Probleme über einen Clown aufregen kann. Nichts für ungut.



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