buchungsvarianten

von Röthlingshöfer, Alexandra am 18. Februar 2003 um 09:50 Uhr
als Antwort zu: Formular wäre gut von Brigitte Hois am 17. Februar 2003 um 14:02 Uhr

Hallo,

ja ich glaube schon, dass absichtigt ist, dass man seine eigenen Erfahrungen machen muss. In der Begleitung meiner Einrichtungen erlebe ich, dass dies auch durchaus Sinn macht.

Jede Einrichtung hat so ihre Besonderheiten und was bei der einen gut machbar ist, ist das noch lange nicht bei der anderen.

so, zur Ermittlung der Buchungszeiten: Wir lassen den Eltern die Möglichkeit einen Wochendurchschnitt zu buchen. Dieser gilt während der Schulzeit. Das ist meistens unkompliziert.

Bei den Ferien ist das schwieriger zu ermitteln und zusätzlich tatsächlich von Einrichtung zu Einrichtung (bzw. von Familie zu Familie) sehr verschieden. Es gibt Kinder, die kommen nie in den Ferien (da muss man dann gar nicht verändern), manche kommen halbtags (ändert meist auch nichts an der Buchung, evtl. eine Kategorie höher), manche Kinder kommen jeden Tag 10 Stunden in allen Ferien (das erhöht mich Sicherheit die Durchschnittsbuchung wesentlich). Das kann man nur einzeln mit den Eltern verhandeln, das können Sie als Hort nicht wissen.

Bei manchen Einrichtungen ist das nicht schwierig zu ermitteln, weil die Kinder nicht sehr verschieden kommen und dann eben meist in den Ferien ganztags da sind. In anderen ist die Berufstätigkeit der Eltern flexibler und/oder der Alleinerziehendenanteil höher mit entsprechend sehr verschiedenen Betreuungszeiten während der Ferien. Da ist es freilich aufwendiger, weil man mit verhältnismäßig vielen Eltern einzeln die Buchungszeiten sozusagen für das ganze Jahr festlegen muss. Um das überschaubar zu halten, macht man das gruppenweise und die Gruppenleitung ist jeweils zuständig. Zudem sollte man den Elternabend für neue Eltern nutzen, um das System zu erläutern.

Zu Buchungsvarianten: Dabei ist gemeint, dass man "typische" Verweildauern z. B. von Erstklässlern (typische Wochenstunden in der ersten Klasse, incl. Stunden für Wandertage, unterrichtsfreie Tage,etc.) den Eltern vorstellt und als Varianten verschiedene (auch typische) Feriennutzungen dazu vorstellt. Das geschieht in der Regel auf dem Elternabend für neue Familien. So wird einerseits das Konzept und der Ablauf im Hort beschrieben und gleichzeitig können sich Eltern ein besseres Bild machen können, was die eine oder die andere Stundenbuchung mit beeinhaltet. Es soll eine Erklärung und eine Entscheidungshilfe sein. Dahinter steht wiederum, dass die Eltern neuer Kinder die Schulzeiten (Stundenpläne, Ausfallzeiten, etc.) weniger gut einschätzen können, als die Horterziehenden. Die Buchungsvariante ist also so eine Art Service. (Typische Nutzungsvorstellung).

Sicher ist man hier noch am Experimentieren und das finde ich auch gut - mir ist das lieber, als fertiges Konzept, das man dann nicht mehr beeinflussen kann. Es gibt hier auch unter unseren Horten größere Unterschiede und das finde ich okay, weil man aus den verschiedenen Erfahrungen die besten herausfiltern kann.

Nun zu Ihrer Frage Buchungsvarianten: Nun, wenn man die Buchungszeiten sehr exakt ermittelt, dann hat man zuweilen den Eindruck, das Ganze ist sehr "kundenfreundlich" und wären weniger Varianten möglich, hätte man ggf. sogar mehr Buchungszeit und damit mehr Budget. Daher rührt auch ein Stück unserer Sorge, dass die flexiblen Einrichtungen gegenüber weniger flexiblen in Nachteil geraten könnten. Was in meinen Augen allerdings zielwiderläufig wäre.

Aber: wir erproben ein Modell auf seine Praxistauglichkeit und entwickeln andererseits noch mit. Fertige Lösungen schließen sich damit im Grunde aus.

Eines unserer Grundsatz-Ziele: Familienfreundliche Öffnungs- und Nutzungszeiten! Das setzen wir sehr hoch - das möchten wir nicht ohne Not einschränken, sondern so flexibel wie bisher sein. Schon gar nicht während der Erprobungsphase vorauseilend einschränkend wirken!!!
Ein zweites Ziel: diese familienfreundlichen Öffnungszeiten müssen auch angemessen finanziert werden. Dafür setzen wir uns ein und dafür entwicklen wir aus der Alltagspraxis heraus auch solche Varianten.

Bei den Horten gilt im Prinzip das gleiche wie für die Kindergärten: sie waren und sind sehr unterschiedlich ausgelastet und trotzdem vielfach gleich finanziert worden. Allerdings spielen hier noch viel mehr Dinge rein, als bei Kindergärten, nämlich z. B. Alter der Kinder (Schulstunden, Nachmittagsunterricht etc.), Entfernung des Hortes zur Schule (Frühdienst möglich, Wegezeiten), Nachfrage in den Ferien, Alleinerziehendenanteil, etc.

Dazu kommt, dass hier noch wesentlich größere Unterschiede hinsichtlich Personalausstattung da sind, da nach den bisher geltenden Richtlinien für den Hort die Mindestausstattung niedriger war als bei Kindergärten, aber in vielen Einrichtungen Sonderregelungen galten. Die Vorher-Nachher-Effekte fallen dadurch sehr krass unterschiedlich aus.

Hier müssen alle (Modellteilnehmer, ISKA, Sozialministerium) sehr genau analysieren - allerdings mit der geringen Anzahl der Horte im Modell schwierig. Interessant ist auch der Vergleich mit gemischten Einrichtungen Kindergarten und Schulkinder.

Viele Grüße

Alexandra Röthlingshöfer





Antwort
Name
Kurznachricht
Text