Wann wird über die zukünftige Finanzierung der Schulkindergärten entschieden?

von karin Lastowitza Schulkindergarten Unterschleißheim am 17. April 2003 um 10:45 Uhr

Staatsministerin Frau Christa Stewens hat bei Ihrem Besuch am 08.05.02 in Unterschleißheim eindeutig die Erhaltung der Schulkindergärten für notwendig erklärt. Trotz der veränderten Einschulung ist der Rückgang der Rückstellerzahlen bis heute in der Praxis nicht eingetreten. Unsere Anmeldezahlen für die 30 zur Verfügung stehenden Plätze sind unverändert hoch und zeigen eindeutig den Bedarf der Eltern und Kinder. Selbst wenn aufgrund der vorzeitigen Einschulung die Rückstellerzahlen zurückgehen würden, gäbe es noch genügend Bedarf, gerade für Kinder, die vorzeitig eingeschult werden könnten, aber den Anforderungen der Schule noch nicht gewachsen sind. Auch die Situation, daß Kinder immer früher in den Kindergarten kommen, führt zunehmend dazu, daß Eltern im letzten Jahr vor der Schule eine intensivere Vorschulförderung für ihr Kind wünschen. Auch wenn Regelkindergärten diesem Bedarf durch intensivere Vorschulförderung nachkommen, ist dies für Kinder mit mehreren Entwicklungsdefiziten in einer Gruppe mit 25 Kindern nicht immer ausreichend möglich. Diese Kinder können in einer kleinen gleichaltrigen Gruppe wesentlich effektiver und ziel orientierter auf die Schule vorbereitet werden.
Langfristig können Folgekosten gespart werden. Es ist doch sinnvoller im Vorfeld der Einschulung zu investieren, als hinterher für die Nachhilfestunden und psychologische Beratung draufzuzahlen. Außerdem trägt die Stabilisierung der Persönlichkeit, Belastbarkeit und Sozialkompetenz, neben der Förderung von kognitiven, motorischen und sprachlichen Fähigkeiten, im besonderen Maß dazu bei, daß diese Kinder nicht nur selbstbewußter und stabiler der Schullaufbahn sondern auch dem späteren Leben gewachsen sind.

Wann wird also endlich über die zukünftige Finanzierung der Schulkindergärten entschieden?

Die Ungewißheit belastet nicht nur Eltern und Erzieherinnen, sondern auch die Kommunen und Träger.

Unser Schulkindergarten, dessen Räumlichkeiten viel zu klein sind, für den wir schon 1999 einen An- oder Umbau beantragt haben, kann aufgrund dieser Ungewißheit nicht erweitert werden.
Es wird im Moment sogar daran gezweifelt, ob er weiterhin bestehen bleibt, weil dies direkt an die geplante Reform der staatlichen Personalkostenbezuschussung gebunden ist.

Ein weiteres Dilemma wird hier deutlich. Da wir dem Kindergartengesetz unterstehen, werden wir auch vom Platzbedarf den Regelkindergärten gleichgestellt. Der Tatsache, daß wir ausschließlich sechsjährige Kinder betreuen, die oft die Größe eines Erst- oder Zweitklässlers aufweisen und aufgrund des alters einen wesentlich höheren Bewegungsdrang haben, wird hier in keinster Weise Rechnung getragen.

Unsere Einrichtung besteht seit 24 Jahren. In dieser Zeit haben auch wir uns beränderten Bedarfen angepaßt und uns weiterentwickelt. Ausreichend Platz und Raum sind jedoch die Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden und die Gesundheit(Lärmpegel!) von Kindern und Personal. Der Gesetzgeber sieht für zweigruppige Einrichtungen weder einen Personalraum, noch einen Ausweichraum vor. Trotz dieser beengten Rahmenbedingungen leisten wir sehr erfolgreiche Arbeit. Wie aber sollen wir den immer höher werdenen Qualitätsanforderungen auch in Zukunft gerecht werden, wenn keine Räume für Einzel- oder Kleingruppenarbeit, für Mitarbeiterbesprechungen usw. zur Verfügung stehen?
Mir ist klar, daß dies ein Problem ist, das nicht in kurzer Zeit gelöst werden kann.

Mein Anliegen ist aber, noch einmal auf die Dringlichkeit der Entscheidung über die Finanzierung der Schulkindergärten hinzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Lastowitza



Antwort
Name
Kurznachricht
Text