Fundamentalopposition oder echte Mitarbeit?

von Günter Krauß, ISKA am 03. Februar 2001 um 22:53 Uhr
als Antwort zu: Modellkommissionen ohne Gewerkschaften und Mitarbeitervertreterinnen von Peter Erlbeck, Personalrat Stadt Nürnberg am 15. Januar 2001 um 10:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Erlbeck,

dass MitarbeiterInnen in den Arbeitsgemeinschaften "Qualität", die als Vorstufen der regionalen Qualitätskommissionen eingerichtet wurden, nicht einbezogen sind, ist nicht richtig. Gerade aus den von Ihnen angesprochenen Veranstaltungen der Nürnberger ÖTV, zu denen ich als Referent und Diskutant geladen war, sollten Sie dies eigentlich wissen. Und als Personalrat der Stadt Nürnberg sollten sie eigentlich auch im Gedächtnis behalten haben, dass nicht wenige MitarbeiterInnen der Stadt Nürnberg in den Expertenrunden im Vorfeld der Entwicklung unseres Modells einbezogen waren - mit äußerst konstruktiven und das Modell prägenden Vorschlägen und Anmerkungen. Ich habe in über 13 Jahren Auftragsforschung und Organisationsentwicklung noch keinen Prozess mit einer so breiten Basisbeteiligung erlebt und mitgestaltet.

Leider glänzen die Gewerkschaften bei der Entwicklung der MQS bisher mit Fundamentalopposition. Diese Haltung ist in den Vorgang nur schwer konstruktiv zu integrieren. Wie stellen Sie sich eine konstruktive Zusammenarbeit vor, wenn einer der Akteure sich von vornherein darauf konzentriert, den Entwicklungsprozess als solchen mit allen Mitteln - auch denen der Verleumdung und Desinformation - zu Fall zu bringen? Ich nehme wahr, dass sich GEW und ÖTV hier durchaus unterschiedlich verhalten. Aber eine vielsagende Episode sei hier doch angeführt: Meine Frage an einen Gewerkschaftsvertreter, warum man sich denn nicht auf eine konstruktive Auseinandersetzung einlasse, schließlich sei doch im Rahmen der MQS durchaus die Personalvertretung eine wichtige Angelegenheit, erhielt ich die lapidare Antwort: "Das bringt doch keine neuen Mitglieder." Es ist klar, worum es einer zumindest nicht unbeträchtlichen Fraktion innerhalb der Gewerkschaften im Moment geht: Stimmungsmache auf Kosten des Modells. Glauben Sie, dass sich so ein konstruktiver Dialog begründen lässt?

Ich habe die beiden Nürnberger ÖTV-Veranstaltungen, auf die Sie anspielen, übrigens durchaus konstruktiv wahrgenommen, und ich kann mir eine weitere Auseinandersetzung in dem dort gepflegten Stil durchaus vorstellen. Bisher war dies leider eine Ausnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Krauß



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