Probleme mit der Gastkinderregelung

von Stefan u. Daniela Fürbringer am 17. März 2004 um 20:27 Uhr

Sehr geehrter Herr Dunkl,

wir haben ein Kind in einem Bayreuther Kindergarten. Wir wohnen in einem
Nachbarort, der auch am Modellversuch der kindbezogenen Förderung teilnimmt.
Wir wissen, dass die Gastkinderempfehlung für alle bayerischen Kindergärten
gilt, aber wer die kindbezogenen Förderung erprobt, der kann sehr schnell
sehen, welcher Förderanteil für nicht gemeindeeigene Kinder anfällt. Wir
sehen grundsätzlich ein, dass die aufnehmenden Kommunen von den entsendenen
die Anteile bekommen sollen, nicht aber, dass wir Eltern uns selbst um die
Kostenübernahme kümmern müssen und in Abhängigkeiten geraten.

Wir haben unser Kind in einem evangelischen Kindergarten und haben bislang
keine Kündigung erhalten und wir hoffen, dass der Träger unsere Gründe, die
zur Aufnahme führten weiterhin anerkennt. Der Träger hat auswärtige Kinder
schon immer nur aufgrund besonderer Kriterien aufgenommen, da Kinder aus dem
eigentlichen Einzugsbereich Vorrang haben.

Wir arbeiten beide im Handel mit wechselnden Arbeitszeiten und ich dazu an
verschiedenen Orten. Dadurch ist Mitbetreuung durch Angehörige, die in der
Stadt Bayreuth wohnen nötig - das ist der Hauptgrund, warum wir unser Kind
nicht am Wohnort untergebracht haben. Konkret bedeutet dies, dass Verwandte
in Bayreuth unserer Kind zeitweise vom Kindergarten abholen, vor allem bei
"Spätschichten" im Handel.

Außerdem drohte der Verlust des Arbeitsplatzes, wenn wir keinen
Kindergartenplatz für unseren Sohn im Frühsommer des letzten Jahres (Ende
des Erziehungsurlaubs) nachweisen konnten. Der Kindergarten am Wohnort hatte
zu diesem Zeitpunkt keine Plätze frei.

Das Kind nach erfolgter Eingewöhnung aus seinen Bezügen zu reißen, halten
wir für unverantwortlich. Zudem wüssten wir durch die dann fehlende
Mitbetreuungsmöglichkeit der Angehörigen nicht, wie Beruf und Familie
weiterhin so zu vereinbaren wären. Ist meine Frau nicht flexibel genug,
droht ihr die Kündigung. Wir möchten als Eltern außerdem von unserem Wunsch-
und Wahlrecht (§ 5 KJHG) Gebrauch machen und auch grundgesetzlich geschützte
Rechte wahrnehmen.

Wir gehen davon aus, dass Trägern wie Familien aus der Modellteilnahme keine
Nachteile entstehen dürfen. Wir haben nachgelesen und festgestellt, dass das
Kindergartengesetz bisher keine Gastkinderbeiträge kennt (Artikel 24
bayerisches Kindergartengesetz Erläuterung 2). Eine Aufnahme von Kindern,
die nicht zum Einzugsbereich gehören, verletzt auch nicht das
Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden (siehe gleiche Stelle).

Wir gehen davon aus, dass die Gastkinderempfehlung eine Empfehlung ist.
Einen Gesetzescharakter hat sie nicht. Also muss im Konfliktfall die
bisherige Regelung gelten, oder?

Wie sehen Sie dies für die Modelleinrichtungen?

Wie planen Sie dies künftig familienfreundlich zu regeln? (Vergessen Sie
dabei nicht Ihre eigenen Modellziele, die sie an anderer Stelle bei
www.iska-nuernberg.de nachlesen können)

Was halten sie davon, wenn (vermögende oder in Zwangslage befindliche
Familien) Eltern den kommunalen Anteil selbst zahlen?

Antwort eilt, da unsere Wohnortgemeinde ein Ultimatum gestellt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan u. Daniela Fürbringer



Antwort
Name
Kurznachricht
Text