Vereinbarung zwischen neuem Finanzeriungsmodell und dem BEP

von Björn Winter am 10. April 2004 um 13:00 Uhr

Hallo,

der BEP ist meines Erachtens ein Stück des Weges um die Qualität im Elementarbereich zu steigern. Auch wenn ich bei Feinheiten gerne noch Verbesserungen im BEP wünschen würde, bin ich doch so mit dem BEP einverstanden.

In den Modelleinrichtungen sind die Nutzungszeiten der Eltern zurückgegangen. Überwiegend wird zw. 5-6 Std. gebucht.
Das bedeutet auch einen Rückgang der Gelder die in die einzelnen Kindergärten fließen.
Eine Einrichtung die so gut wie keine behinderten oder ausländische Kinder aufnimmt, verzichtet somit auf weitere Gelder. Das bedeutet für die Einrichtung die Gruppen prall zu füllen (min. 27-30 Kinder)?

Ist es realistisch mit einer so großen Gruppe Bildungsarbeit zu leisten?
Die Arbeit der Erzieherinnen ist seit der geplanten Neustrtukturierung nicht weniger geworden, ganz im Gegenteil: der Verwaltungsaufwand druch das neue Finanzierungsmodell ist größer geworden und bedeutet eigentlich dass ein größere Rahmen für Verfügungszeiten bereits gestellt werden muss.
Aufgrund der personellen Situation ist dies aber so gut wie unmöglich die Verfügungszeit während der Öffnungszeiten zu nehmen.

Ich sehe in der Umsetzung des BEP und des Finanzierungsmodells große Differenzen die unter diesen Strukturen und Rahmenbedingungen nicht zu erfüllen sind.

Bei einer Gruppengröße von 25-30 (und mehr) Kindern kann "Bildung"(haha) nur im Stil der alten Schule umgesetzt werden, per Frontalunterricht.
Die steht im Kontrast zur Selbstbildung der Kinder durch Spiel, Experimenten und ermöglichten Selbsterfahrungen und der Arbeit in kleinen Gruppen.
Letzendlich stehen große Gruppen auch im Kontrast zum allgemeinen Wohlbefinden und der Atmosphäre die jedem Kind zur Verfügung stehen sollte. So viele Menschen (30 Kinder + 2 Kräfte) in einem Gruppenraum von der Größe eine Wohnzimmers (30-50 m²) gleicht schon bald der Hühnerkäfighaltung. Überall gegacker und lärm. Diese Unruhe entsteht durch mangelnden Platz, den auch die ausgeglichenste Erzieherin und Kinderpflegerin nicht in die Gruppe zurückbringen kann.

Das Land und der Staat möchte "gebildete" Menschen von Anfang an?
Dann sollten sich diese nicht aus der Verantwortung ziehen und die Kosten auf die Eltern abwälzen, sondern Initative ergreifen und die Verantwortung übernehmen die sie haben.

Deutschland steckt Europaweit am wenigsten Geld in die Bildung - das Land der Dichter und Denker wird es bald nicht mehr geben! :(
Ich rede hier nicht von der rot-grünen Regierung, die Bayerische Saatsregierung sollte sich dabei mal selbst an die Nase fassen!

Viele Grüße,
Björn Winter



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