Budjetverbünde sind nicht das Allheilmittel

von Dagmar Kohlmeyer am 10. August 2000 um 17:34 Uhr
als Antwort zu: Gefährdung von Einrichtungen von Dunkl Hans-Juergen am 08. August 2000 um 13:19 Uhr

Erwiderung zu Herrn Dunkls Beitrag vom 08.08.00
"wohl nicht zuletzt wegen der starren Trägerstrukturen" sähen Träger Zusammenschlüsse als problematisch an. Damit werden die derzeitigen dezentralen Strukturen abgewertet. Als Träger sind wir ständig mit Strukturfragen befaßt. Mit Strukturänderungen können nicht immer alle alten Probleme gelöst werden, aber es entstehen immer neue. Im Zusammenhang mit Förderfragen ist deutlich darauf hinzuweisen, daß Verbünde Geld kosten - Geld für Organisation, Koordination, Leitung und ggf. rechtliche Vertretung. Diese Kosten kämen zu den schon für die einzelnen Einrichtungen anfallenden, neu hinzu. Einsparungsmöglichkeiten an anderer Stelle, mit denen Zusammenschlüsse gerne begründet werden, sind bei der vorhandenen Kostenstruktur der Kindergärten nicht in Sicht. Zu befürchten ist ein Wegbrechen der vielfältigen Unterstützungen durch Eltern, Ehrenamtliche und Spender, wenn "ihr" Kindergarten plötzlich "woanders" eingebunden wird. Der Kindergarten ist eine Vor-Ort-Aufgabe, die bisher überwiegend mit minimalem Verwaltungsaufwand und viel ehrenamtlichem Engagement erfüllt wird. Ist stattdessen Professionalisierung gewollt? Wer bezahlt das? Das staatliche Budget bleibt gleich. Finanzielle und rechtliche Verantwortung können nicht effektiv getrennt werden. Beides liegt schon heute bei den Trägern. Fazit: Das Thema Verbünde hat nichts mit dem neuen Fördermodell zu tun, sondern mit Solidaritäts-, Konzept- und Organisationsfragen, die es bisher auch schon gab. Die Träger müssen unabhängig von Fördersystemen über ihre Rechts- und Organisationsform nach ihren jeweiligen Notwendigkeiten entscheiden können - und dafür respektiert werden.
Dagmar Kohlmeyer, Evang.-Luth. Kirchengemeindeamt Schweinfurt



Antwort
Name
Kurznachricht
Text