Eltern-Info/Praxis-Beispiele: Ansätze und Planungen

von Günter Krauß, ISKA am 30. November 2000 um 11:02 Uhr
als Antwort zu: Informationen für die Eltern, praktische Beispiele von Erhard Hans-Peter, Elternbeirat am 22. November 2000 um 12:09 Uhr

Sehr geehrter Herr Erhard,

Sie treffen eine Überlegung, die wir (ISKA) inzwischen auch haben. Eigentlich ist die Öffentlichkeitsarbeit nicht so sehr unsere Projektaufgabe, aber sie ist doch von zentraler Bedeutung. Wir können nicht unbedingt davon ausgehen, dass Eltern über die Einrichtungen und ihre Träger umfassend informiert werden. Im Moment denken wir darüber nach, wie wir das am besten bewerkstelligen: Informationsschreiben an alle Elternbeiräte? Informationsveranstaltungen? Wenn ja, in welcher Form: Elternversammlungen in einzelnen Einrichtungen? Versammlungen der Elternbeiräte? Mit oder ohne Kindergartenleitung bzw. Träger? An Rückmeldungen zu diesen Fragen sind wir sehr interessiert.

Ein erster Schritt in die Richtung ist der Text "Kurz-Informationen für Elternbeiräte", den Sie auf diesen Internet-Seiten seit einiger Zeit finden (siehe unter Punkt "Markt & Qualität / Kurz-Info Eltern") und der von Einrichtungen zur Information der Elternschaft verwendet werden kann (und teilweise bereits verwendet wird).

Zum Thema "positive Beispiele": Da gibt es eine grundsätzliche Schwierigkeit. Einrichtungen sollen zwar angeregt werden, auf den Bedarf und die Wünsche der Familien in ihrem Umfeld zu reagieren, aber was das im Detail heißt, ist von Fall zu Fall verschieden und kann/soll nicht zentral "vorgedacht" werden. Es kann im einen Fall die Einführung von Schulkindbetreuung sein, im anderen Fall die Öffnung der Einrichtung für Kinder unter drei Jahren. Es kann bedeuten, die Öffnungszeiten zu verlängern. Im anderen Fall aber vielleicht auch Öffnungszeiten, die nicht in Anspruch genommen werden, wieder zurückzufahren. In größeren Einrichtungen macht es Sinn über intelligente Schichtmodelle der Gruppenstaffelung nachzudenken und über damit verknüpfte Arbeitszeitmodelle. In kleinen Einrichtungen wird man sich vielleicht über das Profil der Einrichtung Gedanken machen und vielleicht eine Angebots-Nische "besetzen". Die Elternbefragung kann Anlass dafür sein, zwischen Elternschaft und Erzieherinnen über pädagogische Themen ins Gespräch zu kommen. Probleme, die zwischen Trägern und Einrichtungsleitungen bestehen, können durch das neue Fördermodell mit seinen vielfältigen neuen Anregungen und Aufgaben in den Blickpunkt kommen usw. usf.

Wir überlegen, so etwas wie eine Ideen-Börse einzurichten, die einzelne, bereits realisierte Praxisbeispiele beschreibt. Dabei wird es aber eine Gratwanderung sein, nicht dauernd darüber diskutieren zu müssen, warum eine Idee nicht in jedem Kontext einen Sinn macht. Vielleicht fällt Ihnen auf, dass die seit einiger Zeit bestehende Möglichkeit, Kinder unter drei ebenso wie Schulkinder in die Einrichtung aufzunehmen, von nicht wenigen Einrichtungen geradezu als Bedrohung erlebt wird. Es ist offensichtlich nicht immer einfach, "Möglichkeit" und "Verpflichtung" zu unterschieden. Trotzdem: wir werden den Gedanken weiterverfolgen. Sie werden in der nächsten Zeit Hinweise in dieser Richtung sehen.

Im übrigen gibt es bereits einige weithin sichtbare positive Beispiele: Sehen Sie sich nur das Internet-Informationssystem "www.kita-bayern.de" an, das in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft wurde. Damit bekommen Familien in Bayreuth und im Landkreis Landsberg/Lech die mit Sicherheit besten Kita-Informationen für ihre Region, die es überhaupt gibt. Mir ist jedenfalls nichts Vergleichbares aus anderen Städten/Landkreisen in Deutschland bekannt. Auch dieses System präsentiert übrigens schon viele interessante Ideen: unter den Selbstdarstellungen der Einrichtungen finden Sie eine ganze Reihe interessanter Praxisbeispiele.

Oder denken Sie an die Elternbefragungen, die gegenwärtig stattfinden bzw. vorbereitet werden. Hier werden ganz gewaltige Anstrengungen unternommen, Einrichtungen an den Bedarf und die Wünsche ihrer Familien anzupassen. Wir wissen von vielen interessanten Diskussionen, die an dieser Stelle angeregt wurden. Und wir hören immer öfter, dass die Diskussion um das neue Fördermodell in einem Ausmaß Fachdebatten anregt, wie man sie in den letzten Jahrzehnten in Bayern nicht erlebt hatte. Das geht weit über die finanziellen Fragen hinaus.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Krauß



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