Konkrete Beispiele funktionierender Altermischungen

von Dr. Heidrun Kolinsky, betroffene Mutter am 30. November 2000 um 12:31 Uhr
als Antwort zu: Eltern-Info, Altersmischung, Elternbeitrag von Günter Krauß, ISKA am 30. November 2000 um 11:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Krauß,

aus Ihrer Antwort entnehme ich, Ihnen bereits jetzt
funktionierende Beispiele von Einrichtungen mit
Altersmischung bekannt sind. Bitte nennen Sie uns
Ansprechpartner, Anschrift und Telefonnummer,
wir möchten uns schon jetzt und nicht erst in Zukunft
informieren, welche _konkreten_ Randbedingungen
gegeben sein müssen, damit so eine Gruppe funktionieren
kann.

Aus dem Netz für Kinder-Ansatz
(http://www.stmas.bayern.de/dat_fakt/kin4.htm)
dürfte Ihnen bekannt sein, daß bei einer
Altersmischung von Kindern von 2 bis 12 Jahren, kleine
Gruppen von 12-15 Kindern und eine intensive Mitarbeit
der Eltern in der Betreuung und Organisation nötig sind.
Und ehrlich gesagt, ist wohl nur unter
verbesserten Bedingungen wie kleineren Gruppenstärken
statt wie bisher bei Gruppenstärken von 25-27 Kindern
eine sinnvolle pädagogische Arbeit möglich.

Die Obergrenze von 25 Kindern pro Gruppe aufzuheben, wie
im Modellprojekt geschehen und für ganz Bayern vorgesehen,
macht aus pädagogischen Gesichtspunkten keinen Sinn.
Was wir vielmehr brauchen, um einem Anspruch auf steigende
pädagogische Qualität in den Kindertageseinrichtungen
in Bayern erheben zu können, ist eine _Senkung_ der
der Gruppenhöchststärke (zum Beispiel stufenweise
von bisher 25-28 oder mehr Kindern in den Folgejahren
auf sagen wir mal auf maximal 20 Kinder). Zum Glück kommt
uns da die demographische Entwicklung mit zurückgehenden Kinderzahlen entgegen.


Und das Ganze ist auch noch
kostenneutral, solange der prozentuale Rückgang
der Kinderzahlen der zunehmenden Inflationsrate und den
jährlichen Tariferhöhungen entspricht, setzt man voraus,
daß sich der Bestand an Einrichtungen/Erzieherinnen
nicht ändert. Allerdings ist auch bei Beibehaltung des bisherigen Fördermodells zu erwarten, daß einzelne Gruppen
unter die bisherige Fördergrenze von 15 Kindern/pro Gruppe
fallen werden. Damit werden diese Gruppen von staatlicher
Seite aus nicht mehr bezuschußt, womit der staatliche Etat
zur Kindergartenbezuschussung mit zurückgehender Kinderzahl
im bisherigen Fördermodell selbstreguliert sinken wird.

Es besteht somit, setzt man, die staatliche Zusage als
verpflichtend voraus, daß an unseren Kindern nicht eingespart werden soll, keinerlei Handlungsbedarf: die bisherige
Förderstruktur für die Kindertageseinrichtungen,
grundlegendst nach einem Modell umzustrukturieren, welches
unsere Kinder zu einem Produktionsfaktor für die
Wirtschaftlichkeit der Einrichtung degradiert. Was wir
vielmehr brauchen ist ein klares Bekenntnis des Freistaats
Bayern, dass unsere Kinder die Zukunft unseres
Landes sind, denen Bayern die besten Bedingungen beim
Heranwachsen angedeihen lassen will. Eine stufenweise
Senkung der Höchstgruppenstärke parallel zur
demographischen Entwicklung wäre ein erster
Schritt in die richtige Richtung. Mittel aus der
Zukunftsoffensive Bayern sollten noch vorhanden sein
oder zur Verfügung gestellt werden können.

Heidrun.Kolinsky@t-online.de



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