Funktionierende Altersmischung in Bayreuth

von Ulrike Fuchs am 04. Dezember 2000 um 10:57 Uhr
als Antwort zu: Konkrete Beispiele funktionierender Altermischungen von Dr. Heidrun Kolinsky, betroffene Mutter am 30. November 2000 um 12:31 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr. Kolinsky,

in den Jahren 1997/1998 wurde in Bayreuth als eine konkrete Maßnahme aus der Jugendhilfeplanung für den Teilbereich Kindertagesstätten ein Modell "Strukturentwicklung Kindertagesstätten" durchgeführt. Zwei Bayreuther Einrichtungen, die Ev. Kindertagesstätte Hammerstatt und die Kath. Kindertagesstätte Jakobshof, jetzt Kimo Jakobshof, beteiligten sich daran. Dabei wurde versucht in beiden Einrichtungen je nach der aktuellen Situation im Einzugsgebiet das pädagogische Angebot fortzuentwickeln mit einem Schwerpunkt auf der Altersmischung. Beide Einrichtungen hatten Kindergartengruppen und eine Hortgruppe und entwickelten neue Strukturen, um die Kinder altersgemischt zu betreuen. Grundgedanke dabei war, die Kinder auch nach der Einschulung in ihren vertrauten Gruppen zu belassen; die Einschulung als solche ist schon ein großer Einschnitt. Außerdem war aufgrund der Elternbefragung im Rahmen der Jugendhilfeplanung deutlich geworden, dass viele Eltern weit über den Rahmen von 3 bis 6 Jahren eine außerhäusliche Betreuung benötigen, weil nahezu 2/3 der Bayreuther Frauen berufstätig sind, und eine breitere Altersmischung den Kindern mehr Stabilität und Kontinuität bietet.

Die Erfahrungen aus diesem Versuch wurden in eine Seminarreihe im Jahr 1999 an interessierte Bayreuther Einrichtungen weitergegeben. Daran beteiligten sich insgesamt 11 Einrichtungen (die städtischen Einrichtungen, Waldorf-Kindergarten, Ev. Kiga Hagenstr., Kiga Hl. Geist, Hl. Kreuz, St. Hedwig, Am Storchennest, St. Nikolaus, und Oberpreuschwitz). Auch hier zeigte sich, dass bereits etliche Einrichtungen Schulkinder betreuen.

Im KiMo Jakobshof sind inzwischen auch einige unter Dreijährige aufgenommen in die altersgemischten Gruppen aufgenommen worden, und wie ich erfahren habe, macht man sehr positive Erfahrungen damit; im Ev. Kiga Hammerstatt kann man nun nach dem Umbau den Ansatz voll und ohne die vorherige räumliche Enge umsetzen. Neben der Betreuung in der "Familiengruppe" brauchen die Kinder natürlich weiterhin auch altersspezifische pädagogische Angebote. Gruppenübergreifende Arbeit fördert die Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten für die Kinder und ermöglicht es den Erzieherinnen ihr gesamtes Spektrum an Fähigkeiten und Neigungen einzubringen.

Die beiden genannten Einrichtungen bzw. ihre Leiterinnen (Hammerstatt - Frau Meyer, KIMO Jakobshof - Frau Rose) informieren Sie sicher gerne über ihre Erfahrungen.

Den Abschlussbericht zu dem Projekt übersende ich Ihnen zur Information als Datei an Ihre E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen


Ulrike Fuchs



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