Die Nutzungszeit-Tarife in Bayreuth

von Dr. Heidrun Kolinsky am 19. Juli 2001 um 21:16 Uhr

Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 19.Juli 2001

_Wer länger bleibt, zahlt mehr_

Stadtrat verabschiedete einstimmig Neuordnung der Kindergartengebühren ab 2002

Bayreuth
Von Gert-Dieter Maier

Eltern aufgepasst: Vom 1. Januar 2002 an gelten in Bayreuth neue Kindergartengebühren. Von diesem Zeitpunkt an orientieren sich die Gebühren erstmals an der in Anspruch genommenen Betreuungszeit. Je länger ein Kind bleibt, desto teurer wird's.

Der Stadtrat verabschiedete gestern einstimmig die neue Gebührenordnung, die vor allem deshalb notwendig wurde, weil Bayreuth Modellstadt für das vom bayerischen Sozialministerium ausgelobte Kindergartenmodellprojekt ist.

Wer sich künftig für die kürzest mögliche Betreuungszeit von vier Stunden täglich entscheidet, muss künftig 70 Euro (136.91 Mark) bezahlen, jede weitere Stunde kostet sieben Euro extra. Bei einem Kindergartenbesuch bis acht Stunden pro Tag fallen also 98 Euro an. Wer's noch länger braucht, muss 105 Euro (205.36 Mark) zahlen.

Und auch das ist neu: Mussten die Eltern bislang nur elf Monate pro Jahr bezahlen, so wird künftig zwölfmal pro Jahr der entsprechende Monatsbetrag fällig. Allerdings haben dann die Eltern auch die Möglichkeit, ihre Kinder während der Ferien in den Kindergarten zu schicken, wie Sozialreferent Dr. Gerhard Böhner vor dem Stadtrat sagte. Eine Regelung, die sicherlich vor allem allein Erziehenden entgegenkommen dürfte.

Teure Kleinkinder

Neu: Im Zuge des Modellprojekts können auch Kinder unter drei Jahren in den Kindergarten gebracht werden. Für sie muss freilich der doppelte Euro-Betrag entrichtet werden - bei einer vierstündigen Betreuung also 140 Euro (273.81 Mark).

Gehen mehrere Geschwister einer Familie gleichzeitig in den Kindergarten, so gibt es für das zweite Kind eine Ermäßigung von 20, für das dritte Kind von 50 Euro. Wenn Schulkinder im Kindergarten mit betreut werden, so werden sie kostenmäßig wie Kindergartenkinder behandelt. Während das Spielgeld, das andernorts zusätzlich erhoben wird, in diesen Gebühren enthalten ist, wird die Inanspruchnahme von Verpflegung extra nach Aufwand berechnet.

Nach dem Beschluss des Stadtrats und den Ausführungen Böhners wird das Stadtjugendamt dann die Betreuungsentgelte ganz oder teilweise übernehmen, wenn das Familieneinkommen die vorgeschriebenen Einkommensgrenzen nicht überschreitet. Nähere Auskünfte hierzu erteilt das Stadtjugendamt, Telefon 09 21 / 25 14 05. Der Rechtsanspruch für den Kindergartenbesuch wurde mit fünf Stunden Betreuung pro Tag festgelegt.

Böhner rechnet damit, dass auf die Stadt rund fünf bis acht Prozent Mehrkosten zukommen. Für die Eltern ist - abhängig vom Buchungsverhalten - mit rund neun Prozent Kostenmehrung zu rechnen.



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