Unfair : Sie verschweigen die Entlastung - FÜR VIELE WIRD ES BILLIGER - einseitige Informationspolitik!

von Schmidt am 10. August 2001 um 11:00 Uhr
als Antwort zu: Kindergartenplätze werden für die meisten Eltern ab Januar teuerer (mit Berücksichtigung des Spielgelds) von Dr. Heidrun Kolinsky am 08. August 2001 um 11:45 Uhr

Sehr geehrte Frau Kolinsky,

Sie geben sich alle Mühe, das Modell schlecht zu rechnen und zu reden. Ich finde das unfair. Zu einer offenen Diskussion gehört offene, umfassende Information.

Sie aber haben bei Ihren Berechnungen die Entlastungen für die Familien "vergessen", die sich bei der neuen Beitragsgestaltung für Bayreuth Stadt ergeben.

Hier zur Verdeutlichung:

1. Gab es in Bayreuth keine Halbtagsplätze, sondern nur Ganztagsplätze. Die Unterscheidung war, wer nach 12.30 Uhr abholte (oder abholen musste), der musste zusätzlich 60.-DM Mittagsbetreuung bezahlen - zzgl. Essen (3,50 - 5 DM am Tag). Es war dabei egal, wie lange das Kind in der Einrichtung war. Ob z. B. 4 Stunden von 9.00 - 13.00 Uhr oder 5 Stunden z. B. von 8.00 - 13.00 Uhr oder 9.00 - 14.00 Uhr oder 7 Stunden z. B. 8.00 - 15.00 Uhr oder noch mehr.

Also; nur wer den Platz tatsächlich nur halbtags nutzte und bis 12.30 Uhr sein Kind abholen konnte; NUR DER zahlte die 155.-DM. Dafür durfte er dann das Kind nach 14.00 Uhr wieder bringen.

Wer allerdings den Platz (unter Umständen auch halbtags,) aber nach 12.30 Uhr über Mittag brauchte, der zahlte 215.-DM - das haben Sie verschwiegen. Und hier liegt doch der Bedarf und oft genug die Not für Familien! Ich arbeite in einer Kleinstadt - dort hat kein Kindergarten solche Gebühren über Mittag - für 1, 5 Stunden 60 .-Mark!

Bitte, beachten Sie unten meine Bespielfälle: Díese Zeiten sind die relevanten im Alltag von Familien (Berufstätigen wie Nichtberufstätigen). Immer wenn ein Kind nach 12.30 Uhr die Mittagsbetreuung in Anspruch an, dann wird nun der Beitrag um billiger. Um bis zu 30% - obwohl nun für 12 Monate berechnet wird. Weil dann immer 215.-DM fällig wurde(155.- + 60 DM Mittagsbetreuungsgeld )+ ca. 80.-DM Mittagessen/Monat

Zur Umstellung auf 12 Monate: Es wurde in Aussicht gestellt, dass nicht mehr der gesamte August Betriebsferien sind.

Nun zu den Entlastungsbeispielen:

Beispiel A: eine Familie hat ihr Kind bisher von 9.00 - 13.00 (4,5 Stunden) Uhr im Kindergarten. Bisher: 215.-DM im Monat*11 = 2365.-DM im Jahr. (Auf 12 Monate verteilt = 197.-DM im Monat)
jetzt: 136.-DM * 12 Monate= 1632.-DM im Jahr.
--> Beitragsminderung von über 30 % oder monatlich: 61.-DM weniger!

Beispiel B: Kind ist von 8.00 - 13.30Uhr im Kindergarten. (5,5 Stunden)
Bisher: 215.-DM im Monat*11= 2365.-DM/Jahr.
jeztt: 150*12=1800 DM im Jahr
--> Beitragsminderung von über 500 .- DM oder üb. 22% oder monatlich 47.-DM weniger.

Beispiel C: Kind ist von 8.00 - 15.00 Uhr im Kindergarten. (7 Stunden)
Bisher: 215.-DM im Monat*11 = 2365.-DM/Jahr
jetzt: 178*12= 2136 DM/Jahr
--> Beitragsminderung von über 200 DM/Jahr oder ca. 10 % oder monatlich 19 DM weniger

Beispiel D: Kind ist von 8.00 - 16.00 Uhr im Kindergarten.
Bisher: 215.-DM im Monat*11 = 2365/Jahr
jetzt: 191 DM * 12 = 2292.-DM oder monatlich 6.-DM weniger

Das bedeutet: selbst bei 8 stündiger Nutzung des Kindergartens wird es für die meisten Eltern BILLIGER (Ausnahme sind nur diejenigen, die das Privileg hatten, ihre Kinder mittags für 1,5 Stunden nach Hause holen zu können oder zu wollen)!

Beispiel E: ein Kind ist Montag von 9.00 - 13.00 Uhr
dienstag von 9.00 - 14.30 Uhr. Mittwoch von 9.00 - 16.00 Uhr donnerstag von 9.00 - 12.00 Uhr und Freitag von 8.00 - 12.30 Uhr im Kindergarten.

Bisher: 215.-DM/*11 Monate = /2365 Jahr, weil die Mittagsbetreuung in Anspruch genommen werden musste. Kind war ca. 25 Stunden pro Woche im Kindergarten. Das kostet nun 164.-DM/12 Monate = 1968 DM/jahr.
--> Das ist eine Beitragsermässigung von ca. 15 % oder 33.-DM im Monat.

Sicher wird es für die Profiteure des bisherigen System (vormittags und nachmittags Nutzung, wenn man die Kinder mittags abholte) teuerer. Ich finde das ist in Kauf zu nehmen - sieht man doch auf der anderen Seite eine wesentliche Besserung und Entlastung der Familien.

Gut finde ich, dass es für die bisher schon lange nutzen, z. B. 7 - 8 Stunden nicht teuerer wird. Das war ja eine Befürchtung - die ist nicht eingetroffen. Nur für die, die mehr als 8 Stunden (also täglich von 7.00 - 16.30 oder 17.30 Uhr) Uhr da sind, gibt es durch die Umstellung von 11 auf 12 Monate eine Steigerung um 95.-DM im Jahr oder 7,90 DM im Monat (oder eben die von Ihnen errechneten 4,2 Prozent).

Wie bisher wird im Einzelfall geprüft, ob eine volle oder teilweise Gebührenübernahme durch die Stadt Bayreuth bei Bedürftigkeit erfolgt. (bisher übernahm die Stadt 150.-DM und im Falle der Notwendigkeit zusätzlich die 60.-DM Mittagsbetreuung). Analog dazu wird die neue Gebührenübernahme gemacht. Da ändert sich im Prinzip nichts.

Dies für Eltern, denen es um eine offene, faire Diskussion geht.

B. Schmidt, Bayreuth

PS: Noch gar nicht mitbekommen habe, dass die Beiträge für Unterdreijährige doppelt so hoch sein sollen. Will man damit der Konkurrenz mit den Krippen (kosten ja über 500.-DM Elternbeitrag) aus dem Weg gehen? Einleuchtend sind die Beiträge nicht, da die Einrichtungen ggf. den doppelten Zuschuss kriegen. Oder will damit man den Bedarf verhindern?

Stimmt das überhaupt und wenn ja: haben das die Träger festgelegt, oder kam das von "oben"?




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