Höhergewichtung von "Einsteigergruppen"?

von Günter Krauß, ISKA am 19. März 2001 um 09:26 Uhr
als Antwort zu: Noch einmal zur Nachmittagsgruppe - Einsteigergruppe von Margrit Reuschlein, BRK - Kiga Spatzennest, Weil am 18. März 2001 um 15:44 Uhr

Liebe Frau Reuschlein,

die Diskussion, auf die Sie sich beziehen, findet in unserer Projektgruppe (ISKA/IFP) statt. Wir hatten eine überproportionale Absenkung der 2- und 3-Stunden-Betreuung vorgesehen (Zeitfaktor 0,2 bzw. 0,5 statt 0,5 bzw. 0,75). Die Absenkung sollte verhindern, dass ein Anreiz für "Schmalspur-Gruppen", bei denen von Bildung im Kindergarten nicht gesprochen werden kann, entsteht. Ihre Erfahrungen (und die ähnlicher Gruppen im Landkreis) haben uns veranlasst, diese Absenkung erneut zu diskutieren - bislang ohne Ergebnis.

Eine überproportionale Bewertung der von Ihnen beschriebenen Gruppensituation, wie Sie sie nun anregen, halte ich allerdings nicht für sinnvoll.

Auch wenn Sie - wie Sie in Ihrem ersten Beitrag recht überzeugend geschrieben haben - das Beste aus einer Notsituation gemacht haben, kann man doch Nachteile an der altershomogenen Einsteigergruppe sehen: Warum eine Einsteiger-/Eingewöhnungssituation für ein ganzes Kindergartenjahr? Warum Kindern die Lernchancen der Altersheterogenität (in der Spanne von 3-6) so lange vorenthalten?

Für mich persönlich rechtfertigen diese Nachteile nicht eine überproportionale Absenkung des Zeitfaktors. Aber eine gezielte Höhergewichtung in Abgrenzung zu der sonst üblichen Eingewöhnungs-/Einstiegssituation in altersheterogene (3-6 Jahre) Gruppen erscheint mir unverhältnismäßig.

Der von Ihnen angedachte höhere Faktor für 3-Jährige wäre übrigens keine Lösung Ihres Problems: da jede Erhöhung eines Faktors zu einer Absenkung der anderen Fälle führt, wären dann - auch in Ihrem Kindergarten - 4-6-Jährige weniger gewichtet. Da Kindergärten in der Regel in jedem Altersjahrgang etwa die gleiche Kinderzahl haben, ergäbe sich kein nennenswerter Verschiebungseffekt zwischen den Einrichtungen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Krauß



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