Wie sind die aktuellen Elternbeiträge in Landsberg/Lech gestaltet?

von Dr. Heidrun Kolinsky am 16. Juni 2001 um 17:41 Uhr

Mich interessiert, wie in den einzelnen Einrichtungen in Landsberg am Lech die Elternbeiträge jetzt nach dem sich in der Erprobung befindlichen MQS-Modell für Betreuungszeiten von 4 Stunden/ 5 Stunden / 6 Stunden / 7 Stunden / 8 Stunden und mehr gestaffelt werden.

Unter den Web-Seiten www.kita-bayern.de finden sich nur die veralteten Eltenbeiträge und Angebotsstaffelungen vom Oktober letzten Jahres.

Wie wurden die Landsberger Eltern informiert, welche neuen Buchungszeitangebote und Buchungs-Preise in den Kindergärten in Landsberg am Lech galten?

Im Internet wurden die Buchungs-Angebote der Kindergärten mit den entsprechenden individuellen neuen Preisen doch wohl nicht veröffentlicht, oder habe ich da etwas übersehen?

Bitte gestatten Sie mir zum Abschluss noch eine kritische Bemerkung - in Anbetracht der geplanten marktorientierten Steuerung von Kindergärten und Horten in Bayern- und den fehlenden Informationen über die neuen Elternbeiträge:

Neoliberalistische Markttheorien setzen gerade eine vollständige Transparenz des Marktes und des Marktgeschehens voraus, damit der Homo ökonimicus eine Entscheidungsgrundlage für sein Handeln hat.

Wir sollten immer daran denken, dass es bei der Kinderbetreuung nicht um Produkte wie Waschmaschinen oder Autos geht.
Es geht um Menschen, um Kinder und Erzieher und Erzieherinnen und um Mütter und Väter. Die Dominanz von Wirtschaftlichkeitsfaktoren, Wirtschaftlichkeitskriterien und Wirtschaftlichkeitsfaktoren, wie sie das MQS-Modell in den Vordergrund stellt, ist hier fehl am Platz. Es ist ein Weg, der uns in eine weitere soziale Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, in diejenigen, die sich nichts leisten koennen und in diejenigen, die sich so gut wie alles kaufen koennen, fuehren wird.

Geld sollte niemals über die Bildungs- und Entwicklungschancen von Menschen entscheiden dürfen! Wir sollten klüger sein, als
amerikanische Verhältnisse nachmachen zu wollen. Frankreich hingegen schafft es, allen Kindern gute Bedingungen in den Kindergärten zu schaffen. Dort ist die Vereinbarkeit von Familien und Beruf für Mütter selbstverständlich. Zum Beispiel gibt es viele Professorinnen, die, wie selbstverständlich, auch noch Mütter sind. Vielleicht sollte sich die Landesmodellkommission mit einem (an unserem europäischen Nachbarn orientierten) Alternativmodell zu MQS beschäftigen. Eine gedankliche Bereicherung wäre es allemal!



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