Mit Verlaub frau Kolinsky - sie übertreiben! Wer will völlig Transparenz des Marktes

von Steiner am 27. August 2001 um 14:56 Uhr
als Antwort zu: Wie sind die aktuellen Elternbeiträge in Landsberg/Lech gestaltet? von Dr. Heidrun Kolinsky am 16. Juni 2001 um 17:41 Uhr

Sehr geehrte Frau Kolinsky,

ich finde Sie übertreiben reichlich, wenn Sie suggerieren, dass mit dem neuen Förderkonzept eine neoliberalen Markt, völlig transparenter Markt entstehen wird. Es wird derzeit nur gefordert, dass die Einrichtungen eine Leistungsbeschreibung machen (sollte selbstverständlich sein) und dass jährlich eine Eltern (=eine der wichtigsten Kundenschichten) befragung durchgeführt werden. Das sollte auch selbstverständlich sein.

Was soll also diese Aufregung? Mit der vorhandenen Trägerstruktur,der gewachsenen Kindergartenkultur und dem Subsidaritätsprinzip sowie gesetzlichen Richtlinien und Kindergartengesetzen in Bayern und Deutschland ist das neue Förderkonzept Meilen von Ihren Markttheorien entfernt. Was in aller Welt interpretieren Sie alles in dieses neue Förderkonzept hinein?

Konkurrenz entsteht im Kindergartenbereich ganz natürlich dadurch, dass mehr Angebot als Nachfrage da ist bzw. schon alleine durch den Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern.

Ich kaufe auch nicht beim Bäcker um die Ecke, wenn mir dort das Brot nicht schmeckt, oder ich unfreundlich bedient werde. Mind. diese Konkurrenz entsteht auch im Kindergarten. Und: auch der beste Bäcker bekommt sein Brot nicht los, wenn es bei den Preisen übertreibt.

Die Gestaltung der Gebühren für Kindergärten obliegt zur Zeit den Trägern der Kindergärten. Dies wird sich nicht ändern. Schon heute konnten Elitekindergärten mit horrenden Gebühren (und dann entsprechend besserer Personalausstattung) entstanden sein. Es gibt sie aber in Bayern kaum. Warum also, sollten das Träger mit VVeränderung der Förderpraxis tun? Sie könnten es doch heute schon - wenn das ein erstrebenswertes Ziel wäre.

Der Staat würde sich auch nicht zurückziehen aus der Bezuschussung von Kindertageseinrichtungen - er würde lediglich eine Änderung machen. Einige Kindergärten würden mehr und einige weniger Geld als bisher bekommen. Die Summe für den Bereich bleibt gleich. Für Unterdreijährige und Schulkinder muss als künftig mehr Mittel geben, wenn sich mehr Bedarf abzeichnet.

Prinzipiell finde ich Ihre Panikmache total überzogen.

Mein Tipp: bleiben Sie auf dem Teppich und machen Sie konstruktive Vorschläge für eine gerechtere Förderung.

M. STeiner



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