Unsere Bedenken zum neuen Finanzierungsmodell zum "MQS"

von Isabella/Thiel, BRK-KIGA-THAINING am 26. September 2001 um 21:49 Uhr

Elternbeirat des BRK - Kindergartens Thaining
Weiherweg 19

86943 Thaining 5. Juli 2001

Elternbeirat d. BRK-Kindergartens, Weiherweg 19, 86943 Thaining


An das
Bayerische Staatsministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Familie, Frauen u. Gesundheit

80792 München

Unsere Bedenken zum neuen Finanzierungsmodell zum "markt- und qualitätsorientierten Steuerungsmodell" ( MQS)


Sehr geehrte Damen und Herren,

Als Eltern des BRK-Kindergartens Thaining erwarten wir, dass unsere Kinder auch in Zukunft von der pädagogisch hochwertigen Arbeit unseres Kindergartenteams profitieren können.
Durch die Einführung des MQS rechnen wir mit folgenden Beeinträchtigungen:

Da der Basiswert (Grundförderbetrag pro Kind) für das "normale" Kind (unser Kindergarten hat so gut wie keine Kinder, für die ein erhöhter Fördersatz bewilligt würde) am geringsten ist , hat unser Kindergarten schon jetzt zu Beginn des Modellprojekts größere Defizite als in den Vorjahren zu verzeichnen. Um das Defizit auszugleichen, müssten die Eltern mit höheren Elternbeiträgen, größeren Gruppenstärken und einer Streichung der Aushilfskraft rechnen, was nicht im Sinne einer optimalen Betreuung unserer Kinder steht.

Wo bleibt hierbei die immer wieder geforderte Qualität

· wenn die Erzieherinnen mit noch mehr Kindern als bisher arbeiten sollen?
· wenn weniger Personal zur pädagogischen Arbeit zur Verfügung steht!
· wenn in den schon jetzt engen Räumlichkeiten noch mehr Kinder betreut werden müssen!

Wir schätzen die Arbeit unseres erfahrenen Kindergartenteams und verstehen nicht, dass ein System, das Qualität fördern soll, langjährige Berufspraxis finanziell benachteiligt statt honoriert.



Es wird immer wieder betont, dass Qualitätsentwicklung und -sicherung wesentliche Elemente der neuen Förderung sind. Qualität muss sich, unserer Meinung nach, über das Wohl des Kindes definieren. Unsere Kinder können nur optimal gefördert werden,

· wenn die Gruppenstärken nicht zu groß sind. Die Höchstzahl von 25 sollte Maximum sein.
· wenn das Fachpersonal während der Kindergartenöffnungszeit seine Zeit mit den Kindern verbringt und nicht mit Qualitätsmanagementaufgaben.
· wenn das in Gruppen geschieht, die einigermaßen homogen sind, so dass nicht zu große Unterschiede im Alter und damit einhergehend in der sprachlichen, geistigen und körperlichen Entwicklung, sowie im Sozialverhalten die pädagogische Arbeit massiv beeinträchtigen.

Es ist sicherlich nicht im Sinne des MQS, dass der Kindergarten von einer pädagogisch gut betreuten Einrichtung zur reinen Kinderaufbewahrungsstätte absteigt.

Da sich dieses Projekt jetzt noch in der Erprobungsphase befindet, hoffen wir, dass Sie unsere aufgeführten Bedenken in Ihre endgültige Umsetzung einbeziehen. Obige Bedenken beziehen sich auf unseren Kindergarten, haben aber sicherlich auch für die meisten anderen Landkindergärten Gültigkeit.
Bitte denken Sie an unsere Kinder!


Mit freundlichen Grüßen

Die Eltern des BRK-Kindergartens Thaining



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