Eltern werden verschaukelt

von Olav Herzog, Vater, Schöffelding am 22. Oktober 2001 um 17:28 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Vater von Kindern im Alter von 5, 4 und 1/4 Jahren, bin ich von "MQS" direkt betroffen. Ich habe bisher die Beiträge im Forum sehr interessiert mitverfolgt. Worüber ich aber leider immer wieder gestolpert bin, ist der Hinweis: "Beitragserhöhungen in Zusammenhang mit der Einführung von MQS sind nicht vorgesehen." Leider scheint aber genau dies im gesamten Landkreis Landsberg passiert zu sein. Und in diesem Zusammenhang sind Erhöhungen von 30% keine Seltenheit. Die Gemeinde Windach hat in diesem Zusammenhang wohl den Vogel abgeschossen. So erklärte der Chef der Gemeindeverwaltung, Herr Riess, am 25.09.2001 im Beisein der Bürgermeister bei dem Elternabend im Kindergarten Schöffelding, das alle Eltern umgehend die, in diesem Moment vorgelegten, Nutzungsverträge - Beginn 01.09.2001! - zu unterzeichnen hätten. Ansonsten würden die staatlichen Zuschüsse wegfallen! Nachdem sich der, an diesem Abend, neugewählte Elternbeirat dann informiert hat, wurden diese Nutzungsverträge mehrheitlich abgelehnt.
Über diese ganze Aktion - der Gemeinderat war hierüber gar nicht informiert!, die bis heute noch kein Ende gefunden hat, hat sich mittlerweile die gesamte Elternschaft entzweit. Das ganze Thema belastet mittlerweile nicht nur die Eltern, sondern auch das Verhältnis Schöffelding - Windach, die meisten Stammtische und zu guter Letzt auch unsere Kinder. Ich kann nur sagen, herzlichen Glückwunsch an die ISKA und an das zuständige Ministerium. Hätte man sich darüber im Vorfeld ernsthafte Gedanken gemacht, wäre es ein leichtes gewesen, in den Verträgen mit den Gemeinden dieses Thema miteinzubeziehen.
Stattdessen schiebt jeder die Schuld auf den anderen und den schwarzen Peter haben mal wieder die Eltern!
Zu MQS kann ich nur sagen: Tolle Lösung, die Politiker und Ministerien sich da gebastelt haben. Man verkleinert die Kernzeiten in den Kindergärten auf ein absolutes Minimum, damit die pädagogisch wertvolle ruhige Zeit nicht überhand nimmt. Im Klartext heißt das: wir Eltern können zukünftig froh sein, wenn wir unsere Kleinkinder in einer wirtschaftlich orientierten Aufbewahrungsanstalt abgeben dürfen.
Wann kapieren die gewählten Politiker endlich einmal, daß der Fortbestand und die Zukunft der Gesellschaft in vielen Kindern und glücklichen finanzstarken Familien besteht? Stattdessen wird immer nur mit unqualifizierten Gesetzen, Steuern und anderen abartigen Aktionen herumgedoktort. Wann bekommen Mütter und Väter endlich einmal das Ansehen, das ihrer Arbeit gebührt? Jedenfalls nicht mit MQS! Was machen den die "Nochkindergärten", wenn nicht nur die Kindergartenkinder sondern auch noch die Schulkinder ausbleiben? Ach wie dumm von mir, ich habe ja gar nicht daran gedacht, daß man dann vermehrt Altersheime benötigt...... .
Sie meinen ich polemisiere?
Nein, ich bin nur wieder einmal von der familienfeindlichen Politik dieser Republik direkt betroffen. Und ich überlege mir ganz ernsthaft, ob ich meinen Kindern den Kindergarten unter solchen Umständen zukünftig nicht ersparen sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Olav Herzog

P.S.: Warum ist es eigentlich nicht möglich, die Selbstdarstellung der Kindergärten zu aktualisieren? Interessiert es keinen mehr? Bitte klemmen Sie sich doch mal dahinter. Sonst kann man diesen, eigentlich gut aufgemachten Internetauftritt gleich ganz vergessen.



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