Qualität in Kindergärten

von Dunkl, StMAS am 22. Oktober 2001 um 19:21 Uhr
als Antwort zu: Eltern werden verschaukelt von Olav Herzog, Vater, Schöffelding am 22. Oktober 2001 um 17:28 Uhr

Sehr geehrter Herr Herzog,

leider bin ich von den Vorfällen in Windach nicht informiert.
Daher nur einige Anmerkungen: Der Träger allein ist - wie bisher - für die Gestaltung der Elternbeiträge verantwortlich. Der Freistaat hat lediglich eine Differenzierung der Elternbeiträge entsprechend der Nutzungszeiten empfohlen, um sogenannte Luftbuchungen zu vermeiden. Ferner wurde eine Sozialklausel für Härtefälle empfohlen.

Unrichtig ist ferner, dass die Kernzeiten verringert wurden. Vielmehr hat die Modellkommission die Empfehlung einer Mindestnutzungszeit von 4 Stunden zur Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele ausgesprochen. Nutzungszeiten unter 3 Stunden sollen künftig nicht gefördert werden, um die qualitative Komponente und den Bildungsauftrag des Kindergartens zu unterstreichen. Wir werden weitere qualitative Komponenten in dem Modellversuch implementieren. Leider werden diese Maßnahmen in der öffentlichen Diskussion zu wenig deutlich. So dürfen z.B. Vorpraktikanten an den Modellstandorten künftig nicht mehr auf Funktionsstellen beschäftigt werden. Berufspraktikanten können nicht mehr auf Erstkraftstellen eingesetzt werden. Es besteht die Erlaubnis, Leiterinnen vom Gruppendienst zu befreien. Durch Auflösung der starren Organisation in Gruppen sowie durch einen flexiblen Personaleinsatz kann - wenn es gewünscht wird - Kleingruppenarbeit ermöglicht und damit die Voraussetzungen für ein individuelles Eingehen auf Kinder geschaffen werden. Mit dem Vernetzungsprojekt des IFP, das wir an den Modellstandorten einführen wollen, sollen die Kontakte zu weiteren sozialen Diensten enger geknüpft werden. Die Früherkennung soll darüber hinaus verbessert werden. Wir arbeiten ferner daran, die Verwaltungstätigkeit in den Einrichtungen zu verringern, um den Zeitanteil des Personals für das Kind zu erhöhen. Die Selbstdarstellung der Kindergärten wird natürlich zur Information der Eltern fortgesetzt.
Ich denke, dass in den Modelleinrichtungen durch engagierte Träger, Erzieherinnen und Eltern bereits jetzt einiges bewegt wurde. Wir werden darüber in einer Informationsbroschüre zum Abschluss der Experimentierphase berichten.

Von einer Entwicklung zur Aufbewahranstalt kann daher keine Rede.
Ich würde mir zum Abschluss wünschen, dass Eltern, die Anlass zu Kritik haben, den Vorteil, Modellstandort zu sein, ausnutzen sollten und sich direkt an ihre Arbeitsgemeinschaft vor Ort oder auch an die Projektleitung im StMAS wenden sollten. Die Chance, mitgestalten zu können, sollte man nützen. Wir doktern ja gerade nicht an Gesetzen herum. Vielmehr wird die Reform der Kinderbetreuung stufenweise unter Beteiligung aller Interessensgruppen aufgebaut. Wir zählen auf ihre Anregungen, ihre Kreativität und ihr Engagement.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

MfG
Dunkl

Die Verträge mit den Gemeinden und Trägern zur Erprobungsphase ab 2002 werden in den nächsten Wochen geschlossen.

Kinderpolitik ist Schwerpunkt der Politik der Bay. Staatsregierung. Der Freistaat Bayern wird daher in den nächsten 5 Jahren zusätzlich über 515 Mio. DM investieren. Welches andere Bundesland kann Entsprechendes aufweisen?



Antwort
Name
Kurznachricht
Text