Elternbefragung: Verfahren, Details zum Fragebogen, Vorabbefragung, Gewichtungsfaktor und integrative Gruppen

von Günter Krauß, ISKA am 19. Juli 2000 um 10:35 Uhr
als Antwort zu: Elternfragebogen; Integrative Gruppen von Dr. Armin Adam am 18. Juli 2000 um 21:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Adam,

die Elternfragebögen sollten u.E. in den Einrichtungen verbleiben und dort ausgewertet werden. Schließlich geht es nicht um Informationserhebung, sondern darum, dass Kindertagesstätten eine regelmäßige Rückmeldung durch "ihre" Eltern erhalten. Die Ergebnisse sollten in zusammenfassender Form den Eltern in der Einrichtung bekannt gemacht werden (eine Aufgabe für den Elternbeirat, hier mitzuwirken?). Ausgewählte Ergebnisse (welche?) sollten Eingang finden in die öffentliche Beschreibung der Einrichtung.

In einer ganzen Reihe von Einrichtungen gibt es bereits vergleichbare Vorgehensweisen. Dort wird man mit dem Verfahren sicher keine Schwierigkeiten haben.

Allerdings erwarten wir, dass nicht wenige Einrichtungen, die sich bisher noch nicht an eine Elternbefragung herangewagt haben, diese zunächst als eine Belastung ("Verwaltungsmehraufwand") empfinden (von inhaltlichen Befürchtungen einmal ganz abgesehen). Wir überlegen, ob es Möglichkeiten gibt, hier irgendeine Form von Hilfestellung einzurichten. Im einfachsten Fall (den wir sicher realisieren) wäre dies eine Anleitung zur Erhebung und zur Auswertung.

Ihr Hinweis auf die Notwendigkeit, Eltern schon im Vorfeld der Anmeldung zu befragen, ist absolut richtig. Der Bogen, den wir zur Diskussion stellen, ist ausschließlich gedacht als Instrument der Rückmeldung aus dem Kreis der Familien, die bereits in der Einrichtung sind. Fragen nach den Öffnungszeiten machen zwar auch an dieser Stelle einen Sinn, aber eine Einrichtung braucht natürlich Informationen über Elternwünsche und Bedarfssituationen vorab. Unter Umständen kämen hier Erhebungen ins Spiel (Elternumfrage im Landkreis z.B.), die im Rahmen einer Jugendhilfeplanung gemacht werden und die die Möglichkeiten einzelner Einrichtungen übersteigen. In jedem Fall wäre ein zweiter Erhebungsbogen (eventuell in der Form eines erweiterten Anmeldebogens) für genau diese Situation sinnvoll. Eventuell werden wir auch hierfür Vorschläge machen.

Was die Inhalte des von uns vorgeschlagenen Fragebogens angeht, stehen wir am Anfang der Diskussion. Wir sind uns noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt einen Sinn macht, die Details von Fragebögen vorzugeben.

Unser Fragebogen-Vorschlag sollte jedenfalls nicht statisch gesehen werden. Wir sind für Anregungen sehr aufgeschlossen.

Die von Ihnen kritisierte "Benotungstabelle" steht am Ende, weil die Betroffenen durch die Detail-Fragen schon einiges zum jeweiligen Thema bedacht haben und nun so etwas wie ein zusammenfassendes Urteil abgeben sollen. Bei der Darstellung der Ergebnisse könnte man diese Tabelle mit den "Durchschnittsnoten" als Überblick an den Anfang stellen. Sie lässt auf einen Blick die relativen Stärken und Schwächen einer Einrichtung hervortreten, während sich aus den Antworten auf die anderen Fragen eher konkrete Handlungsmöglichkeiten ableiten lassen.

Wir haben übrigens den Bogen (der eine Weiterentwicklung eines in mehreren Einrichtungen seit Jahren eingesetzten Instrumentes darstellt) bereits in einer eigenen Einrichtung eingesetzt - mit recht aufschlussreichen Ergebnissen (die wir gerade zur Veröffentlichung aufbereiten).

Zum Thema "integrative Gruppen": Die Höhe der Anrechnung (Sie vermuten hier eine Verdoppelung) ist noch völlig offen. Auch hier stehen wir am Anfang der Diskussion. In keinem Fall sollen integrative Gruppen per se schlechter gestellt werden als im momentanen Fördersystem. Und Sie können davon ausgehen, dass eben nicht leichtfertig mit Leistungen von Einrichtungen umgegangen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Günter Krauß



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