Flexibilität kostet Geld

von Pfr. Jürgen Nitz am 28. November 2001 um 20:24 Uhr
als Antwort zu: Das geht doch zusammen... von Schmidt am 26. November 2001 um 09:03 Uhr

Sehr geehrte Frau Schmidt,
ich bin Träger des evangelischen Kindergartens Kaufering und verfolge seit einiger Zeit Ihren leidenschaftlichen Einsatz für Flexibilität.
Aus Sicht des Vaters eines Kindergartenkindes stimme ich mit Ihnen voll überein. Das angenehmste wäre ein Kindergarten, der mir die Flexibilität gönnt, mein Kind zu bringen und zu holen, wann ich will und es brauche und dazu auch noch am Monatsende die
Durchschnittszeiten bezahle.
Ich bin jedoch nicht nur Vater sondern auch Anstellungsträger von sechs Mitarbeiterinnen, die ich nach BAT bezahle und deren Lebensunterhalt von dieser Arbeit abhängt. BAT sieht keine Zeitkonten oder Durchschnittsarbeitszeiten vor. Die gewünschte Flexibilität würde sich jedoch erheblich in der Arbeitszeit der Mitarbeiter/innen auswirken, vor allem wenn die Eltern Durchschnittszeiten bei der Abrechnung bezahlen wollen.
Genau da liegt die Grenze der Flexibilität, wenn man hinter die Finanzierung eines Kindergartens schaut. Ich bin für einen fairen Ausgleich der Elternrechte in der Freiheit der Buchung und verläßlichen Arbeitsbedingungen für das Personal. Das kommt zuletzt auch allen Kindern zugute, wenn das Klima im Kindergarten stimmt.
Kernzeiten sind zudem für die Kinder wichtig, weil erst dann Ruhe im Kindergarten einkehrt, nachdem die Türe zu ist.
Die Gestaltung des Angebotes unserer Einrichtung wird zwischen Elternbeirat und dem Personal und mir sehr offen und zeitintensiv erarbeitet. Wir bemühen uns, in vielen Stunden einen fairen Ausgleich der Interessen zu finden. Vielleicht sehen Sie auch einmal diese Seite des Modellprozesses an.
Ihr Pfr. Jürgen Nitz



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