Projektrahmen: Der Kontext des Modellprojektes

Der Aufbau des Kindergartenwesens in Bayern ist weitgehend abgeschlossen. Die demographische Entwicklung lässt frei werdende Plätze erwarten. Eine Umschichtung dieser Plätze für andere Altersgruppen geschieht gegenwärtig behelfsweise im Rahmen der "Zählkinderregelung". Die derzeitige Personalkostenförderung ist zu starr, um den nötigen Umbau zu unterstützen. Es bedarf einer grundlegenden Reform der Kita-Förderung.

 

Aufbau des Kindergartenwesens weitgehend abgeschlossen

Der landesweite Ausbau des Kindergartenwesens ist aufgrund des enormen finanziellen Engagements der Kommunen, der freien Träger und des Freistaates Bayern nahezu abgeschlossen. Bei einer Besuchsquote von 92% (1.1.99) kann von einer Vollversorgung gesprochen werden. Für Schulkinder und Kinder unter drei Jahren besteht dagegen noch ein zusätzlicher Betreuungsbedarf. So standen am 1. Januar 1999 nur für 4,3 % der 6-10jährigen und 2,5 % der 6-14jährigen Schüler Hortplätze zur Verfügung. Für Kinder unter drei Jahren bieten 200 Einrichtungen 4.574 Plätze an.

Demographische Entwicklung

Jährliche Geburten laut Prognose des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom November 1999:

Aufgrund des Rückgangs der Kinderzahlen verringert sich in Kindergärten zunehmend die Gruppenstärke oder werden durch Reduzierung der Gruppenzahl Räume frei. Bereits jetzt ist die Auslastung der Einrichtungen nachmittags erheblich herabgesetzt. Während vomittags z.B. lediglich 4% der Kindergartengruppen bis einschließlich 15 Kinder aufweisen, erhöht sich dieser Wert nachmittags auf 26%. Die prognostizierte demographische Entwicklung wird sich - zeitlich verschoben - auf alle Regionen Bayerns auswirken. Der Rückgang von einem Drittel der Kinder im Kindergartenalter würde auch den Verlust von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen bedeuten.

Umschichtung

Um einerseits die Auslastung der Kindergartenräume zu stabilisieren und um andererseits dem Betreuungsbedarf von Schulkindern gerecht zu werden, wurde seit dem Kindergartenjahr 1995/96 den Kindergärten die Möglichkeit eröffnet, bei freien Kapazitäten Grundschulkinder der ersten beiden Klassen aufzunehmen. Mit Beginn des Kindergartenjahres 1999/2000 wurde den Trägern weitere Gestaltungsfreiheit eingeräumt. So dürfen freie Kindergartenplätze in staatlich anerkannten Kindergärten unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülern der dritten und vierten Grundschulklassen und Kindern unter drei Jahren angeboten werden. Im Rahmen eines zunächst auf ein Jahr befristeten Modellvorhabens werden diese Kinder auch bei der Förderung berücksichtigt (Zählkinderregelung).

Derzeit gültige staatliche Personalkostenförderung zu starr

Die derzeit gültige staatliche Personalkostenförderung ist jedoch zu starr und vermag keine Antworten auf die aktuellen Fragen zu geben. Das Bayerische Kindergartengesetz und die geltenden Förderrichtlinien haben sich in den Zeiten des Auf- und Ausbaues des Kindergartenwesens durchaus bewährt. Heute nun, bei einem Rückgang der Kinderzahlen, bei steigendem Kostendruck durch fehlende Elternbeiträge, bei höheren inhaltlichen und qualitativen Anforderungen ist eine Anpassung der Finanzierungsstruktur an die realen Erfordernisse der Kinderbetreuung unausweichlich.

Aktualisiert am 27.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben