Öffentlich und ergebnisoffen

Die Entwicklung der kindbezogenen Förderung erfolgte in einem beispiellosen offenen Prozess. Noch nie wurden staatliche Richtlinien derart transparent entwickelt und vor der Entscheidung über ihr Inkrafttreten so eingehend erprobt. Es zeigte sich, dass es für einen derartigen Vorgang ein hohes Maß an Diskussionskultur braucht, die nicht immer vorausgesetzt werden kann. Das Internet-Diskussionsforum zum Thema spiegelt Höhen und Tiefen dieser Auseinandersetzung wider.

 

Das Projekt war von vornherein als offener Prozess angelegt - offen in zweifacher Hinsicht:

Uns ist kein vergleichbarer Vorgang bekannt, in dem staatliche Richtlinien mit soviel Transparenz und Beteiligung entwickelt wurden.

Aufwändige Kommunikationsaufgaben

Die Vorschläge für ein neues, kindbezogenes Fördermodell legte das ISKA im Sommer 1999 vor. Unmittelbar darauf wurden diese veröffentlicht und im Kreis der Spitzenverbände diskutiert. Bis die Diskussion auf breiter Ebene unter Kindergartenleiter/innen, Mitarbeiter/innen der Kindertageseinrichtungen, Trägern, Bürgermeister/inne/n und Kommunalpolitiker/innen, zunehmend auch unter Eltern in Gang kam, dauerte es etwa bis zum Jahreswechsel 2000/2001.

Die auch für die Projektbegleiter ungewohnte Offenheit der Projektarbeit erfordert ein schier endloses Ausmaß an Kommunikation. Ca. 6.760 Einrichtungen sind betroffen. In ihnen arbeiten ca. 40.000 Personen, die ca. 387.000 Kinder betreuen/bilden/erziehen, deren Eltern ebenfalls zu informieren sind - das alles inzwischen in mehreren Kita-Generationen. In unzähligen Veranstaltungen stellten sich die Mitglieder der Projektgruppe der Diskussion. Trotzdem bleibt der Eindruck vom Tropfen auf den heißen Stein.

Diskussionskultur erforderlich

Ein offener Prozess hat Voraussetzungen. Erst im Rahmen einer gewissen Kultur der Auseinandersetzung ergeben sich produktive Ergebnisse. Einige Hindernisse auf diesem Weg:

Wertvolle Diskussionsprozesse

Die Diskussionen waren schwierig, aber sie trafen wohl häufig wunde Punkte und Versäumnisse. Viele Kenner/innen der Kindergartenlandschaft bestätigen, dass die Diskussion um das neue Finanzierungsmodell Bewegung in verkrustete Strukturen gebracht hat, dass solche Träger und Einrichtungen die hier Nachholbedarf haben, sich Gedanken um die Qualität ihrer Angebote machen und ihre Einrichtung mehr am Bedarf der Familien (Kinder und Eltern) ausrichten.

Internet-Diskussionsforum als Spiegel der Auseinandersetzung

Das Internet-Diskussionsforum, das im Jahr 2000 auf dieser Seite eingerichtet wurde, spiegelt die Diskussionen um das neue Fördermodell gut wider. Es war von Anfang an frei zugänglich, die Texte wurden nicht zensiert und so findet sich von der wüsten Beschimpfung bis zum konstruktiven Beitrag das ganze Spektrum der Auseinandersetzung in seltener Offenheit.

Aktualisiert am 27.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben