Die Wolken gestalten ein eigenes Klang-Memory
Memory mal anders - in der Wolkengruppe in MIKRO wird tablet-gestütztes Klangmemory gespielt. (Foto: Kevin Illing)
19.12.2025 - Digitale Medien gehören für Kinder heute zum Alltag. In MIKRO möchten wir darum den Grundstein für einen sicheren und sinnvollen Umgang mit Medien legen. Ein neues medienpädagogisches Konzept hilft uns bei einer gelungenen Umsetzung.
Um die Kinder darin unterstützen zu können, mit digitalen Medien sicher und sinnvoll umzugehen, wurde für sie ISKA-Kitas ein neues medienpädagogisches Konzept entwickelt. Die Basis bilden regelmäßige medienpädagogische Aktionen. Sie werden mit einer engen Begleitung der Fachkräfte und einer anschließenden gemeinsamen Reflexion verbunden.
Klang² – Ein selbstgebautes Geräusche-Memory
In der Wolkengruppe in MIKRO wurde das Klangmemory Klang² ausprobiert, das 2023 den Pädagogischen Medienpreis erhielt. Ähnlich wie beim klassischen Memory gibt es Kartenpaare – allerdings mit QR-Codes statt Bildern. Über ein Tablet und die dazugehörige App können die Codes gescannt werden: Eine Karte zeigt zum Beispiel ein Tier, die andere Karte spielt das passende Tiergeräusch ab. So lernen die Kinder spielerisch Tierstimmen, Vogelgeräusche sowie Weihnachts- und Kinderlieder kennen.
Das Besondere an diesem Spiel ist jedoch, dass eigene Klangmemory-Paare erstellt werden können. So suchten die Kinder während der medienpädagogischen Bildungsaktion gemeinsam in der Kita nach typischen Alltagsgeräuschen und nahmen die dazu passenden Bilder auf – etwa den Wasserhahn, den Essenswagen oder das Klatschen der Kinder. Beim Spielen des selbst gestalteten Memorys hatten die Kinder nicht nur Spaß, sondern waren auch stolz darauf, etwas Eigenes geschaffen zu haben.
Wie das medienpädagogische Konzept entstanden ist
In den letzten Jahren wurde die Medienpädagogik in unseren ISKA-Kitas Schritt für Schritt weiterentwickelt. Auf Grundlage zahlreicher Aktionen wurden Erfahrungen gesammelt, aus denen ein Konzept entstand, das die gewonnenen Erkenntnisse ebenso wie die Rahmenbedingungen in den Kitas berücksichtigt. Dabei zeigte sich deutlich, dass es entscheidend ist, die Fachkräfte aktiv mitzunehmen und einzubeziehen. Erst dann lässt sich die Medienpädagogik nachhaltig im Kita-Alltag verankern.
Das obige Beispiel zeigt die Umsetzung: Der Fachdienst für Medienpädagogik führt einmal pro Woche eine Bildungsaktion in jeder Kita durch. Dabei entdecken die Kinder spielerisch, wie man mit digitalen Medien wie dem Klangmemory kreativ arbeitet – zum Beispiel beim Fotografieren, Aufnehmen oder Gestalten. Die Fachkräfte sind aktiv dabei, begleiten die Kinder und probieren die Spiele selbst aus. So lernen sie im Tun, wie Medienpädagogik in der Kita praktisch funktioniert und können das Erlebte in ihre eigene Arbeit einfließen lassen. Anschließend findet ein Reflexionsgespräch zwischen Fachdienst und Fachkräften statt. Hierin werden die pädagogischen Erfahrungen besprochen, technische Fragen geklärt und Ideen für die weitere Umsetzung im Alltag entwickelt.
Ausblick
In Zukunft sollen die regelmäßigen medienpädagogischen Bildungsaktivitäten so gestaltet werden, dass in jeder Kita-Gruppe auf ein gemeinsames Thema hingearbeitet wird. Dadurch kann die Medienpädagogik besser in den Kita-Alltag einfließen und nicht als Einzelaktion, sondern als fester Bestandteil des täglichen Gruppengeschehens verankert werden. Zusätzlich sind weitere Teamtage und Fortbildungen geplant, um das Wissen und die Motivation der Fachkräfte weiter zu stärken.
Auch in unserer MIKRO-Kinderkrippe bei den Sternschnuppen soll die medienpädagogische Arbeit künftig stärker berücksichtigt werden. Dort sind sinnvolle Lernanlässe bereits mit einfachen technischen Werkzeugen möglich. Ein Beispiel ist der Audiostift Bookii. Mit ihm können die Kinder eigene Sprache aufnehmen. Dadurch werden Bildungsinhalte gestaltet, die sie anschließend selbstständig wieder anhören und weiter nutzen können.