Partizipation
Auch beim Essen wird im MIO Partizipation gelebt. (Foto: Tanja Elm)
Partizipation ist für uns nicht nur ein Wort, sondern wird tagtäglich gelebt. Es gibt kaum eine Situation bei uns, in der die Kinder kein Mitspracherecht haben. Anhand der Tagesabläufe können die Beteiligungsmöglichkeiten am besten aufgezeigt werden.
Der Start in den Tag
... beginnt bei vielen Kindern mit einem Frühstück, das im Bistro
vorbereitet wird. Die Kinder entscheiden wann, was und wie lange
sie essen möchten.
Wird die Gruppe von ihren Bezugspädagogen und -pädagoginnen
abgeholt, entscheidet so manches Kind, noch im Bistro weiter zu
frühstücken oder bis zum Morgenkreis eine andere Gruppe zu
besuchen.
Der partizipative Morgenkreis
Wenn der überwiegende Teil der Gruppe in der Kita ist, findet der
Morgenkreis statt. Die Zeit kann je nach Gruppe variieren,
da die Familien nicht an fixe Bring- und Abholzeiten gebunden
sind.
Der Morgenkreis ist in jeder Gruppe altersgerecht und interaktiv
gestaltet. Damit Kinder unabhängig von ihren Sprachkenntnissen und
ihrem Entwicklungsstand teilnehmen können, sind werden häufig
Bilder zusätzlich eingesetzt. Einige Gruppen nutzen die
Gebärden-unterstützte Kommunikation (GuK). Im Morgenkreis werden
die Aktivitäten des Tages besprochen und der Ablauf bzw. die
Teilnahme wird geplant. So haben die Kinder die Möglichkeit,
zwischen verschiedenen Angeboten am Vormittag zu wählen.
Den Alltag mitgestalten
Es gibt angeleitete Angebote, Material zur Selbsterfahrung und auch die Option, sich wieder dem Spielen zu widmen. Dabei haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, ihren Alltag mitzubestimmen. Zum Beispiel haben sie Einfluss auf pädagogische Themen, Inhalte und Angebote, entscheiden über Ausflugsorte und welche pädagogischen Angebote sie nutzen möchten. Auch bei Ausflügen und Aktionen haben die Kinder die Möglichkeit, über ihre Teilnahme zu entscheiden. Im Rahmen der Möglichkeiten versuchen wir gemeinsam mit Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften Alternativen und Kompromisse zu finden.
Essenswünsche werden berücksichtigt
Die Essenszeit wird aus organisatorischen Gründen von den Erwachsenen vorgegeben. Davon abgesehen wird auch in diesem Bereich auf Partizipation Wert gelegt. So ist in Ausnahmen oder zu Besonderheiten eine Teilnahme an der Essenszeit einer anderen Gruppe möglich. Die Kinder entscheiden außerden selber, was und wie viel sie essen möchten. Kein Kind wird zum Probieren gezwungen. Ebenso wird gemeinsam entschieden, welches Besteck und Geschirr für das Mittagessen notwendig ist. Und auch beim Speiseplan werden Wünsche und Präferenzen der Kinder berücksichtigt.
Selbstbestimmung bei Ruhe und Grundbedürfnissen
Nach dem Mittagessen haben Kinder individuell nach ihren Bedürfnissen die Möglichkeit zu einer Ruhezeit. Die Kinder wählen zu Beginn ihren Schlafplatz selber und entscheiden, welche Begleitung sie zum Einschlafen wünschen. Die flexible Tagesstruktur ermöglicht auch in anderer Hinsicht eine individuelle und selbstbestimmte Befriedigung der Bedürfnisse. So haben die Kinder Mitspracherecht, von wem und wie ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden, z.B. beim Wickeln. Und beim Spielen im Außengelände am Nachmittag wird mit den Kindern individuell besprochen, welche Kleidung zum Rausgehen getragen wird.
Demokratiebildung durch Kinderbesprechungen
Mit zunehmendem Alter finden immer mehr Formen der aktiven Mitbestimmung statt: Im Hort werden wöchentliche Kinderbesprechungen organisiert, um die Woche sowie anstehende Aktionen und Angebote zu planen. In diesen Besprechungen werden Meinungen, Wünsche und Anregungen der Kinder aktiv abgefragt, was wiederum in die Wochenplanung einfließt. Hier ist auch Raum für Lob und Kritik. In schriftlicher Form kann das ebenso über einen Briefkasten im Eingangsbereich erfolgen. Entscheidungen werden in diesen Besprechungen häufig nach dem Mehrheitsprinzip getroffen. So erleben die Kinder demokratische Entscheidungsprozesse, wodurch sie Schritt für Schritt an demokratisches Handeln und Mitbestimmung herangeführt werden.
Mit zunehmendem Alter übernehmen die Kinder auch mehr Verantwortung für ihr eigenes Handeln und dessen Folgen. Sie werden dabei unterstützt, Verantwortung für ihre persönlichen Gegenstände zu übernehmen, Absprachen einzuhalten sowie Konflikte zunehmend selbstständig zu lösen. Die Übernahme von Verantwortung ist eine wichtige Voraussetzung für gelingende Partizipation, da sie Kinder dazu befähigt, Entscheidungen bewusst zu treffen, deren Auswirkungen zu verstehen und das gemeinsame Miteinander aktiv mitzugestalten.
Partizipation als fester Bestandteil im MIO
Die Ausführungen zeigen, dass Partizipation ein fester Bestandteil unseres pädagogischen Alltags ist. Sie wird in vielfältigen Situationen gelebt und ermöglicht den Kindern, ihren Kitaalltag aktiv mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen und Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Aber nicht nur die Kinder erleben Partizipation und Mitbestimmung in unserer Kita. Eltern sind genauso berechtigt, dies zu (er)leben. Im Rahmen einer lebendigen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft freuen wir uns, wenn Eltern sich aktiv im Kitaalltag einbringen und ihn mitgestalten. Mehr dazu im Reiter Elternbeteiligung.