Trickfilm-Workshop in MIO

Auf einem Tisch vor einem grünem Hintergrund ist eine Szene aus Lego aufgebaut; davor ist ein Tablet installiert, vor das sich ein Junge beugt.

Mit viel Geduld muss die Lego-Szene Bild für Bild ein kleines bisschen verändert werden. (Foto: Tanja Elm)

25.07.2022 - Nach dem Orientierungstag im April fand nun die erste Worksop-Woche des Medienprojektes „Kultur trifft Digital“ in MIO statt. Dabei ging es auf Wunsch der Kinder um die Entstehung von Trickfilmen.

Bei einem eintägigen Orientierungsparcour im April hatten acht Hort-Kinder aus MIO bereits in verschiedene digitale Gestaltungsbereiche hineingeschnuppert. Danach durften sie selbst entscheiden, welche Schwerpunkte sie sich in den zwei Workshop-Wochen des Medienprojektes „Kultur trifft Digital“ wünschen.

Wie lässt sich eine "digitale Realität" erschaffen?

Ihre Wahl für die erste Woche fiel auf den Bereich "digitale Realtität". Vom 25. bis 29. Juli war es endlich soweit. Die Projektwoche war gekommen, mit dem spannenden Thema: „Stop Motion Trickfilme drehen mit Greenscreen“.

Der Medienpädagoge Nick-Julian Lehmann vom Projekt "Kultur trifft Digital" bekam tatkräftige Unterstützung von den jungen Ehrenamtlichen Klara, Noemi, Ana und Lilian. Sie unterstützen die acht Kinder aus der Regenbogen-Hortgruppe bei ihrer Arbeit an den verschiedenen Trickfilmen. Außerdem begleitete der Iska-Medienpädagoge Kevin Illing die Projektwoche.

Aus vielen Einzelbildern entsteht der Eindruck von Bewegung

Als erste Übung schnitten die Kinder Buchstaben und Zahlen aus, um daraus mit der „Stop Motion Studio“-App einen Mini-Trickfilm zu erstellen. Sie entschieden sich für die Wörter „HERZ“ und „HARD ROCK“. Jetzt hieß es: Foto machen, Objekt verschieben, Foto machen, Objekt verschieben..., bis alle Buchstaben an ihren Platz gewandert waren.

Nun konnte man die Einzelbilder schnell hintereinander ablaufen lassen, sodass der Eindruck einer flüssigen Bewegung entstand und die Buchstaben wie von selbst durchs Bild tanzten und die Wörter bildeten. Danach sprachen die Kinder noch einzelne Stimmen ein und fügten Hintergrundgeräusche hinzu. Schon war der erste selbsterstellte Film fertig.

Mit einem Greenscreen kann man tolle Illusionen erschaffen

Am zweiten Tag lernten die Kinder den Greenscreen kennen, denn bis heute arbeiten viele Filme mit dieser Technik. Grünes Papier wurde ausgelegt und Spielfiguren aus Lego und Playmobil bereitgestellt. Nun konnte der grüne Hintergrund beim Fotografieren mithilfe der App durch andere Hintergrundbilder wie eine Landschaft oder das Weltall ausgetauscht werden.

Das Programm erkannte den Greenscreen und ersetzte ihn automatisch durch das gewählte Hintergrundbild. Die Kinder überlegten sich eine passende kleine Situation und erstellten mit den Spielfiguren, wie am Tag zuvor geübt, aus Einzelbildern einen kleinen Film. Manche wurden dabei richtig kreativ. Das war ein toller Effekt!

Ein Filmreh braucht gute Vorbereitung und echtes Teamwork

Genug geübt. Die nächsten drei Tage hatten die Kinder Zeit, in zwei Teams aufgeteilt, ihre eigenen Trickfilme zu erstellen. Das braucht eine gute Planung: Zuerst muss man sich die Handlung überlegen, ein Storyboard erstellen, die Figuren vorbereiten und die einzelnen Aufgaben jedes Teammitgliedes klären.

Dann kann es losgehen: die einzelnen Fotos machen, Stimmen einsprechen, Hintergrundgeräusche einfügen. Und natürlich Intro und Abspann nicht vergessen. Zum Schluss wurden noch Kinoplakate und Tickets gestaltet. Das besondere Highlight waren die Interviews auf dem Roten Teppich. Diese wurden mit einem Greenscreen gedreht und im Anschluss so bearbeitet, dass es aussah, als wären die Interviews auf einer großen Gala entstanden.

MIO wird zum Kino - mit spannenden Filmen und Popcorn

Am Ende der Projektwoche verwandelte sich der Bewegungsraum der Kita in einen Kinosaal mit großer Leinwand. Als erstes wurden die kleinen Filmchen gezeigt, die zu Beginn des Projektes enstanden. Danach begann die Hauptvorstellung mit dem Film „Kürbiskopf Teil 1 – Schlamassel im Weltall“, in dem es um einen abgestürzten Weltraumhelden geht, der von bösen außerirdischen Wesen gefangen genommen wird und nun von dem fremden Planeten fliehen muss.

Beim anschließenden Film „Der Schwan“ ging es um einen sprechenden Schwan, welcher von einem Dieb gestohlen wird und nun vom Besitzer und der Polizei gerettet werden muss. Wie es sich für ein Kinobesuch gehört, wurden vom Publikum Popcorn und Salzstangen geknabbert. Am Schluss kamen noch die Produzenten der Filme in den Interviews auf dem roten Teppich zu Wort.

Der Workshop macht Lust auf mehr Mediengestaltung

Nicht nur zum Thema Trickfilm konnten die Kinder in dieser Woche viel lernen. Ganz nebenbei übten sie ihre Konzentration, gemeinsam Entscheidungen zu treffen, Kompromisse zu finden und im Team zu arbeiten. Ein besonderer Dank ging am Ende auch an die jungen Ehrenamtlichen, die den Kindern sehr engagiert dabei halfen, ihre Ideen umzusetzen.

Der Großteil der technischen Ausrüstung, wie Lichter, Stative, Musikboxen und anderes Zubehör, durfte die Kita behalten. Weiteren Trickfilm-Drehs steht also nichts im Wege. Wer weiß, wieviele zukünftige Mediengestalter und Regisseurinnen, Drehbuchautoren und Filmtechnikerinnen aus MIO hervorgehen?