MIRA-Elterncafé zum Thema Medien
Die Eltern können kommen - der vorbereitete Tisch für das Elterncafé zum Thema Medien in der Kinderkrippe MIRA. (Foto: Kevin Illing)
11.03.2026 - Digitale Medien im Alltag zu benutzen, ist inzwischen unumgänglich. Aber wie gehe ich mit ihnen um, wenn ich ein kleines Kind zu Hause habe? Auf dieser Grundsatzfrage lag im letzten Elterncafé in MIRA der Fokus. Der Fachdienst für Medienpädagogik stand Rede und Antwort.
Egal, ob Smartphones, Tablets, digitale Fotografie oder Videotelefonie: Im Alltag von Familien mit kleinen Kindern sind Medien zunehmend eine Selbstverständlichkeit. Diese Entwicklung bringt für Eltern viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Im Rahmen eines Elterncafés in der Kinderkrippe MIRA wurde deshalb Raum geschaffen, um gemeinsam über Medien im Alltag mit Kindern von 0-3 Jahren ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, Eltern zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und praktische Impulse für einen bewussten Umgang mit Medien im Familienalltag zu geben.
Medienpädagogische Arbeit in der Kinderkrippe
Zu Beginn stellte Kevin Illing, der Fachdienst für Medienpädagogik, seine Arbeit in der Kinderkrippe vor und gab Einblicke in das medienpädagogische Konzept der Einrichtung. Medien werden dort altersangemessen, behutsam und stets in pädagogische Beziehungen eingebettet eingesetzt. So machen Kinder beispielsweise erste Erfahrungen mit Fotografie, indem sie gemeinsam mit Fachkräften Bilder betrachten oder selbst Fotos aufnehmen. Medien dienen dabei nicht der Unterhaltung, sondern als Anlass für Sprache, Beziehung und gemeinsames Entdecken.
Medien im Familienalltag
Im anschließenden Austausch schilderten Eltern typische Mediensituationen aus ihrem Alltag. Dazu gehören vor allem das Fotografieren der Kinder, das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern, das Hören von Musik über die Toniebox oder ähnliche Geräte sowie Videotelefonate mit Verwandten. Besonders die Videotelefonie nimmt bei vielen Familien einen festen Platz ein, etwa um den Kontakt zu Großeltern zu halten oder Beziehungen über Distanzen hinweg zu pflegen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass Mediennutzung im Familienalltag häufig mit Herausforderungen verbunden ist. Viele Kinder zeigen großes Interesse an den Geräten der Eltern und möchten daran teilhaben. Hinzu kommen Momente der Konkurrenz: Die Kinder fordern Aufmerksamkeit ein, wenn Eltern telefonieren oder am Computer beschäftigt sind. Jedoch benötigen Eltern in bestimmten Situationen Ruhe oder Zeit für organisatorische Aufgaben. Daraus entstehen Konflikte zwischen den Bedürfnissen der Kinder nach Zuwendung und den Anforderungen des Alltags. Einige Eltern berichteten zudem, dass ihre Kinder aktiv Videotelefonate einfordern oder das Verhalten der Erwachsenen nachahmen, indem sie Telefonieren spielerisch imitieren.
Umgang mit Medien und offene Fragen der Eltern
Gemeinsam wurden Strategien gesammelt, wie Familien mit solchen Situationen umgehen können. Genannt wurden unter anderem das Telefonieren mit Kopfhörern, um Geräte weniger sichtbar zu machen, sowie bewusst medienfreie Zeiten im Tagesablauf, etwa bei Mahlzeiten oder festen Ritualen. Auch das transparente Ankündigen von Medienzeiten und die anschließende bewusste Zuwendung dem Kind gegenüber wurden als hilfreich beschrieben.
Ein zentrales Thema im Elterncafé war die Frage nach Bildschirmzeiten im Alter von 0-3 Jahren. Dabei wurde erläutert, dass weniger die exakte Dauer als vielmehr die Qualität der Nutzung entscheidend ist. Problematisch ist vor allem die passive Bildschirmnutzung, bei der Kinder längere Zeit ohne eigene Aktivität vor einem Gerät sitzen. In dieser Zeit fehlen ihnen wichtige sinnliche und soziale Erfahrungen, die für ihre Entwicklung grundlegend sind. Gerade in den ersten drei Lebensjahren entwickelt sich die Aufmerksamkeitsspanne, die später die Grundlage für Konzentrationsfähigkeit bildet. Daher wurde empfohlen, Bildschirmzeiten möglichst kurz zu halten und wenn überhaupt aktiv und gemeinsam zu gestalten, etwa durch eigenes Fotografieren oder interaktive Anwendungen. Passiver Medienkonsum wie Fernsehen oder Onlinevideos wurde für Kinder unter drei Jahren vonseiten des Fachdienstes wie auch von Elternseite als kritisch eingeordnet.
Immer ein offenes Ohr
Zum Abschluss wurde betont, dass sich Eltern jederzeit mit Fragen oder Unsicherheiten an die pädagogischen Fachkräfte und den Fachdienst für Medienpädagogik wenden können. Der Austausch über Medienerziehung wird in MIRA als gemeinsamer Prozess zwischen Familien und Einrichtung verstanden. Das Elterncafé bot hierfür einen wertvollen Rahmen und wurde von den Teilnehmenden als hilfreich und entlastend erlebt.