Medieneinsatz im Krippenalltag
Fotografieren aus der Kinderperspektive. Ein Mädchen in MIRA probiert sich am Tablet selbst aus. (Foto: Kevin Illing)
18.12.2025 - In den Kitas des ISKA wird Medienbildung ernst genommen. MIRA dient in diesem Zusammenhang als Pilotort, um den medienpädagogischen Ansatz für den Krippenkontext zu schärfen. Wichtig ist uns dabei, altersgerechte Angebote zu schaffen, die den Zugang zum Digitalen herstellen, ohne zu überfordern.
Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern und Erwachsenen. Auch die Jüngsten erleben täglich Smartphones, Musikboxen oder Fotos auf dem Handy ihrer Eltern. In MIRA möchten wir diese Erfahrungen pädagogisch begleiten und Kindern erste, einfache Begegnungen mit digitalen Werkzeugen ermöglichen. Dabei legen wir großen Wert auf Sicherheit, Nähe, Transparenz und die aktive Beteiligung der Fachkräfte.
Medienbildung in der Kinderkrippe neu denken
Das medienpädagogische Konzept unserer Einrichtungen wurde in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und auf Grundlage zahlreicher Erfahrungen aus den Kitas aufgebaut. Dabei stellte sich auch die Frage, wie wir diesen Ansatz in unseren Kinderkrippen umsetzen können.
Uns war bewusst, dass Medien wie CD-Spieler, Bücher oder die Toniebox bereits seit vielen Jahren selbstverständliche Bestandteile des Krippenalltags sind. Auch der Einsatz eines Tablets stellt keine grundlegend neue Situation dar, zumal Tablets bereits seit längerem von den Fachkräften zur Dokumentation und zur Erstellung von Portfolios genutzt werden.
Studienergebnisse stützen die Alltagserfahrungen
Auch die aktuellen miniKIM-Studien, in denen der Medienumgang von Kindern regelmäßig untersucht wird, verdeutlichen, dass bereits Zweijährige häufig mit verschiedenen Alltagsmedien in Kontakt kommen. Diese Lebenswirklichkeit nehmen wir ernst. Das bedeutet: Bereits im Krippenalter können wir die Kinder behutsam begleiten, Orientierung geben und zeigen, wie digitale Werkzeuge kreativ und verantwortungsvoll genutzt werden können, ohne zu überfordern.
Ein behutsamer Einstieg in die digitale Welt
Bei der Übertragung auf die Kinderkrippe war uns besonders wichtig, die Bedürfnisse dieser Altersgruppe zu berücksichtigen. Dazu gehörten Fragen wie: Welche Werkzeuge eignen sich überhaupt für Zwei- bis Dreijährige? Wie lassen sich digitale Impulse mit Bewegung, Sprache und Sinneserfahrungen verbinden? Und vor allem: Wie kann dies gesichert und stabil begleitet werden, ohne die Kinder zu überfordern oder in einen unnötigen Konsum zu führen?
Der Prozess wurde von Beginn an durch den Fachdienst für Medienpädagogik begleitet. Die Fachkräfte der Krippe wurden eng einbezogen und konnten selbst in die Erprobung gehen. Gemeinsam mit dem Fachdienst stimmten sie ab, welche Methoden für die Kinder geeignet sind. Auf diese Weise entstand ein sicherer und gut strukturierter Rahmen, der die Kinder in ihrer Medienkompetenz stärkt. Noch dazu wird Eltern eine klare und nachvollziehbare Grundlage für den Einsatz digitaler Werkzeuge geboten.
Vielfältige Bildungsanlässe in der Krippe
In MIRA wurden in den vergangenen Wochen mehrere kurze und altersgerechte digitale Angebote umgesetzt. Jede Aktion war eng begleitet und darauf ausgerichtet, Wahrnehmung, Sprache und Neugier der Kinder zu unterstützen. Zum Beispiel lernten die Kinder spielerisch die Farben mit Hilfe des Audiostiftes "Bookii" kennen. Sie sprachen die Farbnamen selbst in den Audiostift ein und konnten sie anschließend durch einfaches Antippen der farbigen Aufkleber erneut anhören. So entstand ein Farb‑Spiel, das das Lernen zu einem interaktiven Erlebnis machte.
Darüber hinaus lernten die Kinder verschiedene Roboter kennen und sprachen darüber, welche technischen Geräte ihnen bereits aus dem Alltag vertraut sind. Mit einer Tiergeräusche-App konnten sie Tiere hören und zuordnen. In einer weiteren Aktion nutzten die Kinder die Fotofunktion des Tablets, um Dinge in der Umgebung aus ihrer eigenen Perspektive festzuhalten. All das zeigt, wie sich digitale Werkzeuge behutsam in den Krippenalltag integrieren lassen und den Kindern neue Zugänge zum Entdecken und Verstehen eröffnen.
MIRA als Wegbereiter für weitere Einrichtungen
MIRA dient als Pilotort, an dem wir frische Ideen zur Medienbildung in Kinderkrippen ausprobieren. Die Erfahrungen, die wir dort sammeln, helfen uns dabei, gute Wege für die anderen Krippen in unseren Einrichtungen zu finden. So können wir Schritt für Schritt erkennen, was für die Jüngsten gut funktioniert und wie digitale Impulse sicher und kindgerecht in den Alltag passen.
Wer sich ansehen möchte, wie frühe Medienbildung in anderen Krippen bereits umgesetzt wird, findet hier ein kurzes Video dazu.