MOMO-Zwerge

Seit Beginn 2005 gibt es in MOMO eine Krippengruppe. 12 Kinder bis 3 Jahre, die meisten von Ihnen "teilzeit", werden von jeweils zwei Fachkräften betreut.

 

Pädagogik und Raumgestaltung

Zugleich mit den Anfängen der Raumentwicklung wurde deutlich, dass Raumgestaltung und Pädagogik nicht isoliert betrachtet werden können. Ob man sich entschließt, abgetrennte Schlafräume mit Gitterbetten oder eben eine in den Raum integrierte Schlaflandschaft zu schaffen hängt damit zusammen was man für die Kinder will und warum man es will.

Das Bild vom Kind, das der "Pikler-Pädagogik" (vom Emmi Pikler) zu Grunde liegt, entsprach unseren Vorstellungen entspricht und wurde schnell klar, dass wir uns daran orientieren wollen. Die Erkenntnisse aus Fortbildungen z.B. zur freien Bewegungsentwicklung, zur freien Spielentwicklung und zur Pflege sollte in unsere Arbeit einfließen. Wertschätzung und respektvoller Umgang mit den Kindern unsere Grundhaltung sein.Außerdem wurde deutlich, dass diese Haltung und diese Bedürfnisse Auswirkungen auf die Raumgestaltung und die Auswahl der Spielmaterialien haben musste. Von da an ging die Entwicklung von Raum und Pädagogik Hand in Hand. Die alltäglich pädagogische Arbeit basiert auf der vorbereiteten Umgebung.

Die Kinder werden beobachtet, aus ihrem Verhalten Erkenntnisse gewonnen welche Materialien wir ihnen zur Verfügung stellen müssen und wie der Raum gestaltet sein muss. Grundsätzlich sind die angebotenen Materialien offen, d.h ihre Nutzung ist nicht vorgegeben, häufig sind es Natur- oder naturbelassene Materialien, oft Alltagsgegenstände. Statt die Kinder Wünschen und Vorstellungen von Erwachsenen auszusetzen können sie selbst ausprobieren und experimentieren. In schwierigen Situationen oder Konflikten werden die Kinder beobachtet bekommen aber zunächst Gelegenheit selbst eine Lösungsmöglichkeit zu finden. Die Kinder erleben sich als selbstwirksam und empfinden Befriedigung, das Selbstvertrauen wächst.

Die Kinder werden nicht bespielt, nicht in ihrem Tun unterbrochen, es wird ihnen nichts aufgedrängt. Der Raum und das Material haben Aufforderungscharakter und die Kinder werden selbst aktiv. Die Erwachsenen begleiten die Kinder beim Spiel und in Alltagshandlungen mit der größtmöglichen Beteiligung der Kinder. 

Zusätzlich zu den Einbauten werden den Kindern die Bewegungselemente aus der Pikler – Pädagogik angeboten. Bereit gestellt wird jeweils das Material, das für die Kinder besonders interessant ist, niemals alles auf einmal. Die Umgebung wird gezielt vorbereitet um Lern – und Erfahrungsprozesse zu befördern. Neben den Bewegungsgeräten, Spielmaterialien und Einbauten gibt es noch Schüttmaterialien und Verschiedenes aus dem Kreativbereich, z.B. Lehm, Ton Sand Kleister Farben usw.

Essen

Bei den Zwergen gibt es Frühstück, frisch zubereitetes Mittagessen und nachmittags nochmal eine Brotzeit. Zwischendurch werden immer Obst und Rohkost angeboten. Das Mittagessen wird  in Schüsseln bereit gestellt, die Kinder bedienen sich selbst. Getränke werden in kleinen Glaskrügen angeboten, die Kinder schenken sich selbst in kleine Gläser, so ist alles gut sicht- und damit steuerbar, ein. Damit das Mittagessen möglichst ruhig verlaufen und die Betreuung dabei intensiv sein kann wird in Kleingruppen gegessen. Die Kinder sitzen dabei auf Sitzkisten um einen kleinen sechseckigen Tisch, an dem jedes Kind seine Seite hat. Für jüngere Kinder, die das selbstständige Essen gerade erst beginnen stehen Essbänkchen zur Verfügung. Für die Kinder, die noch warten müssen stehen währenddessen noch Spielmaterialien und Möglichkeiten zur Verfügung. 

Pflege

Einen großen Raum im Krippenalltag nimmt die Pflegesituation ein. Sie soll nicht notwendiges Übel sein, das nebenbei erledigt wird, sondern wird v.a. als Gelegenheit zu intensivem Kontakt und Beziehungsaufbau zwischen Kindern und Erwachsenen wahrgenommen. Auch hier ist die größtmögliche Selbstständigkeit der Kinder Gebot. Das Kind entscheidet ob es im Liegen, auf dem Boden oder dem Wickeltisch oder ob es im Stehen gewickelt werden möchte. Seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Entwicklungsstand entsprechend wird das Kind so weit wie möglich aktiv am Geschehen beteiligt. Es kann die Hose ausziehen und die Windel selbst öffnen, festhalten usw., größere Krippenkinder wollen auch mit abputzen. Um die Pflegesituation besser in den Alltag zu integrieren, seine Bedeutung hervor zu heben und eine Kontaktmöglichkeit auch mit den anderen Kindern zu schaffen wurde der Wickelplatz mittels Einbau in den großen Gruppenraum integriert. Durch einen Raumteiler abgetrennt vom Raum, umgeben von Fenstern aus Sicherheitsglas ist der Wickelplatz über eine Treppe erreichbar. Die Kinder klettern so bald sie dazu in der Lage sind selbstständig hinauf .

Aktualisiert am 17.04.2013 - Startseite           ▲ nach oben