Ende des Projektes SoSoSchu
Projektmitarbeiterin Ulrike Bade (links) bei der Vorstellung der Ergebnisse. (Foto: Maike Cohrs)
20.11.2025 - Am 14.11.2025 fand in Berlin die Abschlussveranstaltung für das Projekt Sozialräumliche soziale Schuldnerberatung (SoSoSchu) für Seniorinnen und Senioren statt. Auch die Schuldner- und Insolvenzberatung des ISKA präsentierte ihre Ergebnisse der Umsetzung.
Das Bundesmodellprojekt "Sozialräumliche soziale Schuldnerberatung für Seniorinnen und Senioren", kurz SoSoSchu, ist nun beendet. Hierbei wurden bundesweit an zehn Standorten sozialräumliche Beratungsansätze für ältere Menschen zum Thema Schulden und zu ihrer persönlichen finanziellen Situation erprobt. Einer der Standorte, die das Projekt von 2022 bis 2025 durchführten, war die Schuldner- und Insolvenzberatung des ISKA.
Drei Projektphasen
Wir blicken auf eine erfolgreiche Umsetzung im Projektzeitraum zurück. Die erste Phase war gekennzeichnet von der Analyse der Bedarfslagen, dem Kennenlernen der Projektbeteiligten und der Auswahl der Beratungsorte. In der zweiten Phase stand die Aufnahme und Verstetigung der Beratungsangebote vor Ort im Zentrum. Begleitend wurden in der ersten und zweiten Phase auch Vorträge in verschiedenen Einrichtungen, Arbeitskreisen und bei Netzwerkpartnern gehalten, um das Angebot bekannt zu machen. In der dritten Phase wurden aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Beratungsangebots, insbesondere in Nürnberg, sukzessive mehr Ratsuchende erreicht.
Vielversprechende Evaluationsergebnisse
Die Ergebnisse des Modellprojektes können sich sehen lassen: Aus der Evaluation des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. (iff) ergibt sich, wie sinnvoll der neue Ansatz ist, der hier erprobt wurde. Dabei greifen aufsuchende Arbeit, Gemeinwesenorientierung und das Zusammenwirken von Sozialberatung und Schuldnerberatung ineinander. Auf diese Weise können Menschen erreicht werden, die ansonsten ohne Unterstützung bleiben würden.
Zielführende Handlungsempfehlungen
Aus den Erfahrungen, die im Rahmen des Modellprojektes gewonnen wurden, leitet die Diakonie Deutschland konkrete Handlungsempfehlungen ab. Klar ist, dass ältere Menschen bei finanziellen Problemen eine besondere Herangehensweise benötigen, die die altersbedingten Einschränkungen und Besonderheiten berücksichtigt. Als zentral gelten:
- Eine gute Kooperation mit möglichst vielen Netzwerkpartnern,
- ein höheres Zeitkontingent pro Beratung,
- eine umfassende Schulung und Vorbereitung der Beratungskräfte sowie
- ein geduldiger, motivierender Dialog mit der Zielgruppe.
All das hilft, einen besseren Zugang zu den Seniorinnen und Senioren zu finden. In den meisten Fällen kann so zur Auflösung von extremen Problemlagen beigetragen werden. Die Zusatzkosten dieser sozialräumlichen sozialen Beratung werden sich durch erheblich reduzierte Folgekosten bei Überschuldung für die Kommunen beziehungsweise Kostenträger auszahlen.
Das Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.
