Projektverlauf
Erste Zielbestimmungen im Kitajahr 1 (Grafik: Erwin Eckenberger)
Das Modellprojekt ISAK ist auf einen Zeitraum
von drei Jahren angelegt und erstreckt sich von April 2025 bis
März 2028. In dieser Zeit durchläuft das Projekt mehrere Phasen,
in denen zentrale Elemente konzipiert, erprobt, weiterentwickelt
und verstetigt werden.
Auf der folgenden Seite dokumentieren wir die einzelnen Projektabschnitte. Sie geben Einblick in die praktischen Entwicklungen, fachlichen Erfahrungen und methodischen Anpassungen, die im Verlauf des Projekts gemacht werden. Dabei orientieren wir uns an den vier zeitlichen Etappen des Projektverlaufs:
- 04/2025 – 08/2025: Projektstart und Aufbauphase
- 09/2025 – 08/2026: Erste Umsetzungsphase (Erprobungsphase)
- 09/2026 – 08/2027: Zweite Umsetzungsphase (Vertiefung und Weiterentwicklung)
- 09/2027 – 03/2028: Dritte Umsetzungsphase (Abschlussphase und Ausblick)
Ziel dieser Dokumentation ist es, die Entwicklung von ISAK nachvollziehbar zu machen, Erfahrungen transparent zu teilen und Impulse für vergleichbare Projekte zu geben.
Projektstart und Aufbauphase (04/2025 - 08/2025)
Zu Beginn des Projekts lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Umsetzung der drei Projektbausteine Familien-Navigator, Miteinander in Aktion und Sensibilisierungsagenda. In dieser Phase wurden erste Kontakte zu Familien aufgebaut sowie Beratungs- und Gruppenangebote umgesetzt. Gleichzeitig startete die erste Befragung von pädagogischen Fachkräften in den ISKA Kitas.
- Im Familien-Navigator konnten bis zum Ende der Aufbauphase 51 Familien erreicht werden. Insgesamt wurden 264 Beratungsgespräche geführt und 38 Begleitungen zu Terminen ermöglicht, beispielsweise zu Behörden, Ärztinnen und Ärtzen oder anderen Unterstützungsstellen.
- Im Baustein Miteinander in Aktion wurden in der Aufbauphase 14 Gruppenangebote umgesetzt. Insgesamt nahmen daran 52 Eltern und 74 Kinder teil. In allen beteiligten Kitas fanden mindestens drei Gruppenangebote statt, in einer Einrichtung sogar fünf.
- In der Sensibilisierungsagenda lag der Schwerpunkt in der Aufbauphase zunächst auf der konzeptionellen Entwicklung. Da die Angebote an den Bedarfen der Fachkräfte ausgerichtet werden sollen, wurde bewusst zunächst auf die Durchführung von Fortbildungen verzichtet. Stattdessen wurden die Ergebnisse der Befragung der pädagogischen Fachkräfte in den ISKA-Kitas abgewartet, um Wünsche und Unterstützungsbedarfe zu erheben und die Sensibilisierungsangebote entsprechend auszurichten. Neben der Qualifizierung von Fachkräften gehört zur Sensibilisierungsagenda auch die Vernetzung in der Region. In diesem Zusammenhang nahm das Projektteam an mindestens 12 Veranstaltungen mit direktem Projektbezug teil, um das Projekt vorzustellen, auf die Angebote aufmerksam zu machen und sich mit relevanten Akteurinnen und Akteuren zu vernetzen.
- Im Rahmen der Praxisforschung wurde in der Aufbauphase eine Befragung der pädagogischen Fachkräfte in den ISKA-Kitas durchgeführt. Ziel der Befragung war es Wissen, Einstellungen und Handlungssicherheit im Umgang mit Familien aus Drittstaaten sowie wahrgenommene Unterstützungsbedarfe im Kita-Alltag zu erfassen. Die Befragung ist als dreijährige längsschnittliche Erhebung angelegt, um Entwicklungen im Zeitverlauf beobachten zu können. Die Ergebnisse der einzelnen Befragungswellen werden zunächst intern ausgewertet und diskutiert, um daraus Impulse für die Weiterentwicklung der Projektangebote abzuleiten. Eine umfassende Auswertung ist zum Ende der Projektlaufzeit vorgesehen.
Ausblick auf die Erprobungsphase
Die Aufbauphase des Projekts verlief insgesamt sehr positiv. Bereits in dieser ersten Projektphase konnten viele Familien erreicht und unterstützt werden. Die Nachfrage nach Beratung, Begleitung und Austauschmöglichkeiten zeigt deutlich, dass ein entsprechender Unterstützungsbedarf besteht. Die bisherigen Erfahrungen liefern daher eine wichtige Grundlage für die nächste Projektphase, in der die Angebote weiter erprobt, systematisiert und ausgebaut werden sollen.
Im Bereich des Familien-Navigators steht in der Erprobungsphase insbesondere die weitere Etablierung des Beratungs- und Begleitangebots im Mittelpunkt. Ziel ist es, noch mehr Familien zu erreichen und die Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen sowie mit Beratungs- und Unterstützungsstellen weiter zu stärken. Gleichzeitig sollen die bisherigen Erfahrungen aus der Beratung systematisch ausgewertet werden, um typische Unterstützungsbedarfe und wiederkehrende Fragestellungen besser zu verstehen und das Angebot entsprechend weiterzuentwickeln.
Auch im Baustein „Miteinander in Aktion“ sollen die Gruppenangebote weiter ausgebaut und stärker an den Interessen und Bedarfen der Familien ausgerichtet werden. Geplant ist zusätzliche Formate zu erproben, die Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung zwischen Familien fördern. Gleichzeitig sollen Erfahrungen aus den bisherigen Angeboten genutzt werden, um erfolgreiche Formate zu verstetigen und neue niedrigschwellige Zugänge für Familien zu schaffen.
Die Sensibilisierungsagenda wird in der Erprobungsphase auf Grundlage der Ergebnisse der Fachkräftebefragung ausgerichtet. Aufbauend auf den identifizierten Bedarfen (z. B. Wunsch nach interkulturellen Grundlagen) sollen gezielte Fortbildungs- und Austauschformate für pädagogische Fachkräfte entwickelt und erprobt werden. Ziel ist es, Fachkräfte im Umgang mit Familien aus Drittstaaten zu unterstützen und Handlungssicherheit im Kita-Alltag zu stärken.
Auch die Praxisforschung wird in der nächsten Phase um weitere
Befragungen mit zusätzlichen Zielgruppen erweitert. Neben der
bereits durchgeführten Fachkraftbefragung ist eine
Zielgruppenbefragung der Familien vorgesehen, um deren
Perspektiven, Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe noch genauer
zu erfassen. Ergänzend soll eine Gruppendiskussion mit den
ISAK-Fachdiensten durchgeführt werden, um Erfahrungen aus der
praktischen Arbeit zu bündeln, Herausforderungen im Projektalltag
zu reflektieren und Hinweise für die Weiterentwicklung der
Angebote zu gewinnen. Die Ergebnisse der verschiedenen Erhebungen
sollen dazu beitragen, die Projektangebote weiterzuentwickeln und
deren Umsetzung in der Praxis besser zu verstehen.