Engagement von Migranten

Referenten der Gesprächreihe am runden Tisch

Die Referenten Marissa Pablo-Dürr und Torsten Groß mit dem Moderator Volkan Altunordu am runden Tisch (Foto: Tanja Elm)

04.10.2017 - 40 Interessierte Nürnbergerinnen und Nürnberger waren im Glasbau des Künstlerhaus K4  zusammengekommen, um zusammen mit Marissa Pablo-Dürr (Migrantinnen-Netzwerk Bayern e.V.) und Torsten Groß (Interkulturbüro) unter der Moderation von Volkan Altunordu (Nürnberger Nachrichten) zu diskutieren, wie für Menschen mit Migrationsgeschichte Zugangsbarrieren zum Engagement gesenkt werden können.

Am Donnerstag, den 14.09.2017 fand das dritte öffentliche Gesprächsforum zum Bürgerschaftlichen Engagement in Nürnberg statt. Veranstaltet wird die Gesprächsreihe vom Zentrum Aktiver Bürger, die in.media.vitae-foundation und die Bürgerstiftung Nürnberg. Zum Thema "Alle an Bord!? - Wie integrativ ist bürgerschaftliches Engagement?" wurde ein Bogen gespannt über persönliche Integrations- und Engagementbiographien, institutionelle Rahmenbedingungen bis hin zu kulturellem Engagement als Möglichkeit Gruppen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zusammenzubringen.

"Ehrenamt ist kulturelle Aneignung"

Marissa Pablo-Dürr erzählte zunächst über ihren eigenen Weg als von den Philippinen nach Deutschland gekommene Frau in die deutsche Gesellschaft, der vor allem über zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten erfolgte: So war sie z.B. aktiv beim Aufbau eines Mütterzentrums und beim Aufbau eines Dritte-Welt-Ladens. Ihr hätten dabei immer Kontakte zu Menschen geholfen, die sie mit eingebunden hatten. Sie selbst und auch viele andere Migrantinnnen und Migranten hätten die deutsche Vereinskultur oft als sachlich und kalt empfunden. Deshalb lautete ihre Empfehlung für Vereine und Organisationen: "Fangt nicht mit Tagesordnungspunkt 1 an, sondern esst erst mal zusammen!"

Migrantenorganisationen: Lernorte für Engagement

Torsten Groß betonte die wichtige Funktion geeigneter Rahmenbedingungen als Schlüssel zum Engagement von Migrantinnen und Migranten. Dazu zählen interkulturelle Offenheit nicht nur bei Vereinen und Organisationen, sondern auch in Verwaltungseinrichtngen: Öffentliche Förderung müsse auch für Migrantenorganisationen zugänglich sein. Zentral seien hierbei v.a. stukturelle Förderangebote, wie sie z. B. im Projekt "Houses of Ressources" des KUF entwickelt wurden. Aber auch eine Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung des Engagements von Migrantinnen und Migranten sei nötig, um Vorbilder darstellen zu können.

Nächster Termin: 19.10.2017, „Aber wir wollen uns doch nur engagieren“ – Ge­genwind und Stolpersteine im Engagement

Künstlerhaus im KunstKulturQuartier, Glasbau 2. OG (Eingang Filmhauskino), Königstraße 93, 90402 Nürnberg.