Schulfach Ehrenamt an der Scharrer-Mittelschule

Ein Mann steht in einem Klassenzimmer mit einer Schalttafel vor drei Mädchen und lächelt begeistert.

ZAB-Freiwilliger Harald Niehus bereitete die Schülerinnen auf die Kita-Experimente zum Thema Elektrizität vor. (Foto: Tanja Elm)

20.07.2026 - Im Schuljahr 2025/26 hat die Scharrer-Mittelschule erstmals für alle Schülerinnen und Schüler das Schulfach Ehrenamt eingeführt. Das ZAB-Projekt "Große für Kleine" beteiligte sich als Kooperationspartner und vermittelte 15 Schülerinnen und Schülern ein Kita-Engagement in insgesamt vier Kindergärten.

Kann ein Pflichtfach Ehrenamt für eine gesamte Mittelschule funktionieren? "Wer wagt, gewinnt", dachte sich Scharrer-Mittelschul-Rektor Markus Philipp. Zu diesem Zweck holte er Vorgesetzte, Lehrerkollegium, Schülerschaft und externe Träger von Einsatzstellen ins Boot, um das Fach Ehrenamt für ein Schuljahr anzubieten. Dafür reserviert war eine Doppelstunde am Dienstag Nachmittag. Der Name des neuen Schulfachs "Sozial miteinander sein (SMS)" kam aus der Schülerschaft selbst. Aus ca. 30 Modulen durften sich die Mittelschüler/innen ihr Wunsch-Engagement heraussuchen. Zur Auswahl standen z.B. Tätigkeiten im Seniorenheim, eine Social-Media-Gruppe oder ein Medienprojekt mit dem Medienzentrum Parabol.

Das ZAB beteiligte sich gerne an diesem Vorhaben. Schließlich engagieren sich Menschen, die schon in der Jugend positive Erfahrungen mit einem ehrenamtlichen Engagement gemacht haben, nachweislich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch später in ihrem Leben für andere.

Große für Kleine: Vulkanausbruch und Raketenstart im Kindergarten

Das ZAB-Projekt "Große für Kleine" konnte gleich vier Kindergärten im Schulsprengel für das Projekt gewinnen. 15 Schüler/innen meldeten sich für das Kita-Modul an und gingen dienstags in die beteiligten Einrichtungen, um mit den Kindern zu spielen, zu basteln oder Sport zu machen. Außerdem zeigten drei langjährige ZAB-Ehrenamtliche den Schüler/innen ihre naturwissenschaftlichen Experimente, um sie gemeinsam in der darauffolgenden Woche im Kindergarten mit den Kleinen durchzuführen. Mit Harald Niehus wurden kindgerecht elektrische Schaltkreise demonstriert, Rita Schmidt veranschaulichte Grundlegendes zum Thema Ernährung und Valentina Bolshem ließ mit den Kindern ungefährliche Raketen starten und einen Mini-Vulkan ausbrechen.

"Ehrenamt macht meinen Tag besser!"

Auch wenn nicht alle Schüler/innen bis zum Schluss der Projektlaufzeit in den Kindergärten am Ball blieben - diejenigen, die sich regelmäßig dort engagierten, gaben durchweg positive Rückmeldungen. In dem eigens vom ZAB erstellten Fragebogen schrieb eine Schülerin: "Es ist mir eine große Freude im Herz, das Lächeln der Kinder zu sehen. Es macht meinen Tag besser."

Ein anderes Mädchen schrieb: "Alle Momente im Kindergarten waren besonders für mich, aber was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist dass mich Kinder umarmt haben, mich an der Hand genommen haben und ich ihnen was vorgelesen habe und gemalt habe."

Die Kitakräfte der Einsatzstellen bestätigten ebenfalls: Die Zusammenarbeit mit den Schüler/innen, die regelmäßig kamen, lief sehr gut - eine echte Bereicherung für die Kinder und das Kita-Personal.

Aus Sicht des ZAB ist dies die Bestätigung unserer Erfahrungen: Freiwilliges Engagement funktioniert am besten und längerfristig, wenn es "wirklich" freiwillig geschieht. Dann macht es so viel Freude, dass man gar nicht mehr damit aufhören möchte.