Freiwilligen-Portrait: Klaus Hetzer

Potrait des Freiwilligen Klaus Hetzer

Der Freiwillige Klaus Hetzer bei der Verleihung des Fürther Umweltpreises (Foto: Felix Trejo)

Das Thema Nachhaltigkeit war für Klaus Hetzer schon immer eine Herzensangelegenheit. So kam er auch auf die Idee, ein Repair-Café in Fürth ins Leben zu rufen.

Alles begann im Frühjahr 2015 als Klaus Hetzer in Altersteilzeit ging und nicht „zu Hause auf der Couch auf das Ende seiner Tage“ warten wollte. Der heute 62-Jährige ist gelernter Elektroingenieur. Seit er vor zwanzig Jahren ein Niedrigenergiehaus gebaut hat, ist es ihm ein Anliegen, die immer weniger werdenden Ressourcen unseres Planeten möglichst nachhaltig zu nutzen. So kam dem Fürther die Idee zu einem Repair-Café, also einem Ort, an dem man unkompliziert Hilfe bei der Reparatur nicht mehr funktionierender Elekto-Geräte bekommt. Und so wandte er sich an das Freiwilligen-Zentrum, wo er gleich Unterstützung fand.

Das Repair-Café Fürth

Innerhalb eines halben Jahres organisierte Klaus Hetzer das erste Repair-Café, das seit November 2015 alle zwei Monate in der Kofferfabrik stattfindet; getragen von einem Team aus etwa 15 Freiwilligen. „Die Leute können alles mitbringen was ein Kabel hat“, erzählt Klaus Hetzer. Nachdem er die Besucher begrüßt, kümmern sich dann die Reparateure je nach ihren Fähigkeiten um alles, was zu schade zum Wegwerfen ist. Das verlängert die Lebensdauer der Geräte und schont die Ressourcen, denn es muss nichts Neues gekauft werden.

"Ich sorge dafür, dass es läuft."

Er selbst ist kein Bastler - was er gut kann, ist Organisieren. Bei ihm laufen die Fäden des Repair-Cafés zusammen. Außerdem kümmert er sich darum, dass auch jüngere Menschen von dem Nachhaltigkeitsgedanken erfahren. So hält er z.B. Vorträge im Rahmen der Umweltwoche an der Krankenpflegeschule des Klinikums, wo die Auszubildenden auch gemeinsam mit den Reparateuren Handys auseinander nehmen können, um zu sehen, was da so alles drinsteckt.

Ein Projekt ist nicht genug

Zusätzlich ist Klaus Hetzer im Projekt „Zimmer frei?!“ aktiv, wo er zwischen Vermietern und Geflüchteten vermittelt, wenn diese eine Wohnung beziehen. Dieses Ehrenamt kostet ihn viel Energie, aber weil er sich allgemein gerne in Neues „reinfuchst“, schreckt ihn die Komplexität des bürokratischen Systems nicht ab. Dafür bekommt er viel zurück, gerade im privaten Bereich: „Wann habe ich das letzte Mal vor einem Kreißsaal gewartet, bis ein Kind – hier das einer iranischen Flüchtlingsfamilie – da ist?"

Ehrenamt erfüllt

Überhaupt erfüllt ihn sein Engagement sehr, auch wenn seine Frau sich manchmal wünscht, er wäre mehr zuhause. Aber am wichtigsten sie auch ihr, dass ihr Mann zufrieden ist. Klaus Hetzer hält es nämlich nicht lange daheim aus. Viel lieber ist er unterwegs – zum Beispiel hat er vor drei Jahren angefangen Deutschland Stück für Stück mit dem Fahrrad zu umrunden. Im Bayerischen Wald hat er mit der ersten Etappe begonnen, ist inzwischen schon 3000 km gefahren und kam im vergangenen Sommer in Sylt an. Und wie er so ist, sind auch diese Routen detailliert geplant und organisiert.

Er empfiehlt jedem, der ehrenamtlich tätig werden möchte, offen zu sein und vor allem sich selbst zu hinterfragen und sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. „Wenn man Themen findet, die einem liegen, dann macht es auch Spaß“.