Freiwilligen-Portrait: Beate Raith-Braun

Portrait der Freiwilligen Beate Raith-Braun

Die freiwillige Willkommenspatin Beate Raith-Braun (Foto: Tanja Elm)

Aktiv auf gleicher Augenhöhe zu agieren und im direkten Kontakt alle Menschen gleich zu behandeln sind ihre Handlungsmaximen.

Mit ihren beruflichen Erfahrungen und ihrer Neugierde auf fremde Kulturen, war Beate Raith-Braun die ideale Freiwillige für das FZF-Willkommensprojekt, auf das sie durch einen Zeitungsbericht aufmerksam wurde. In dem Projekt kümmern sich Paten eine Zeit lang um Zuwanderer, die in Fürth neu sind und Fuß fassen wollen. „Mein jetziger Lebenspartner stammt aus England,“ erzählt sie „mit ihm habe ich hautnah erlebt, dass es nicht einfach ist, in einem neuen Land und einer neuen Sprache anzukommen.“

Beate Raith-Braun ist 1981 aus beruflichen Gründen von Regensburg nach Fürth gezogen. Nach 25 Jahren als selbstständige Steuerberaterin wechselte sie vor einigen Jahren in ein neues Berufsfeld. In einer Relocation Service Agentur kümmerte sie sich im Auftrag großer Firmen aus der Metropolregion um neu angestellte Mitarbeiter aus dem Ausland. Sie war für ein Rundum-Versorgungs-Packet zuständig: Wohnungssuche, Kontoeröffnung, Behördenangelegenheiten, Freizeitangebote, etc.

Die Herausforderungen

In ihrem Engagement als Willkommenspatin betreute Raith-Braun bisher vier junge Frauen aus Italien, Mexiko, China und Bulgarien. Der Kampf mit der deutschen Sprache und die Schwierigkeit, in den erlernten Beruf einzusteigen sind wiederkehrende Themen in den Patenschaften. Sie erzählt aber auch von lustigen Rollenspiele im Café, bei dem eine Einkaufssituation mit all ihren Tücken simuliert wurde.

Kompetent und warmherzig

Mit ihren kompetenten zielorientierten Tipps und ihrer warmherzigen und sympathischen Art gestaltet Beate Raith-Braun ihre Patenschaften. Mit ihrem Engagement möchte sie zeigen, dass die Deutschen eigentlich ganz nett und hilfsbereit sind, wenn man sie näher kennenlernt. In einer Patenschaft machte sie auch die Erfahrung, dass die andere Lebensplanung nicht immer mit ihren Vorschlägen übereinstimmte. Hier galt es dies zu respektieren und die junge Frau weiter auf ihrem zu begleiten.

Voneinander lernen

Und Raith-Braun hat selbst auch etwas gelernt: „Ich lerne andere Sichtweisen anderer Kulturen besser kennen und respektieren. Die eigene Perspektive erweitert sich und man lernt so scheinbar selbstverständliches wie die Gesundheitsversorgung in Deutschland mehr zu schätzen.“ Beate Raith-Braun ist weiterhin als Patin und Integrationslotsin im Freiwilligenzentrum aktiv, denn neben der Flüchtlingshilfe ist auch die Integration der Zuwanderer eine wichtige Aufgabe.